Schulungen kosten – aber es kann teurer werden, darauf zu verzichten
Bild: Wifi OÖ: Teilnehmer einer Automatisierungsschulung, die vom Qualifizierungsverbund initiiert und im Wifi OÖ stattfand.

Schulungen kosten – aber es kann teurer werden, darauf zu verzichten

Von Susanna Sailer

Wie Klein- und Mittelbetriebe ihre Mitarbeiter auf Digitalisierung vorbereiten können.

Auf das Thema Digitalisierung wird in vielen Klein- und Mittelbetrieben noch zu wenig geachtet. "Dabei ist es wichtig, dass die Mitarbeiter auf neue Technologien vorbereitet werden. Das muss vom Chef abwärts gelebt werden. Auch wenn Schulungen kosten, so kann es teurer werden, darauf zu verzichten", sagt Christian Mayer, Leiter des Fachkräfteservice Oberösterreich der oö.Standortagentur Business Upper Austria.

75 oberösterreichische Unternehmen haben das erkannt und sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um sich gemeinsam mit den Herausforderungen der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Es entstand der Qualifizierungsverbund Digitale Kompetenz, ein Fördermodell von AMS und Land OÖ. Mayer: "Denn Förderungen senken die Schwelle, in Schulungen zu investieren und sich mit digitalen Kompetenzen in all ihren Facetten zu befassen."

Business Upper Austria gab zwei Teilstudien in Auftrag mit Empfehlungen, wie Schulungen künftig strukturierter entwickelt werden könnten. Eine Erkenntnis daraus: Es braucht digitale Kompetenzen, um sich zurechtzufinden, aber auch soziale Kompetenzen, damit die Zusammenarbeit funktioniert. Denn auch im virtuellen Raum müssten Teams geführt, Konflikte gelöst und effektiv kommuniziert werden.

Angst und Skepsis nehmen

Laut Studien werde in vielen KMU das Potenzial vor allem älterer Mitarbeiterinnen nicht ausreichend erkannt. Es gebe massiven Nachholbedarf seitens der Personalabteilungen, denn in Zeiten des Fachkräftemangels gebe es Chancen, technikaffine Menschen ohne konkreten Fachabschluss intern für die eigenen Anforderungen weiterzubilden. Es sollte Ziel sein, den nicht klassischen Zielgruppen die Angst und Skepsis gegenüber dem Programmieren zu nehmen. Diese müssten keine Programmierer werden, jedoch das System und die Logik dahinter verstehen.

Der Qualifizierungsverbund will nun die Zusammenarbeit der Unternehmen mit den Weiterbildungsanbietern schärfen. Mayer: "Im Rahmen des Verbundes wurden mehr als 100 mögliche Ausbildungsthemen definiert und Schulungsanbieter dazu eingeladen. So entwickelt der Verbund sein maßgeschneidertes Kursprogramm." Es gebe Netzwerkveranstaltungen, die für ein bestimmtes Thema sensibilisieren. Das nächste Treffen findet am 25. Juni im Techno-Z in Ried/Innkreis statt.