Bild: OÖN

Seit 107 Jahren mit Fingerspitzengefühl

Von Martin Roithner

In Thalheim bei Wels fertigt Eska seit 1912 Handschuhe, die Polizisten, Soldaten und Feuerwehrleute aus der ganzen Welt schützen. Jedes Jahr ist es rund eine halbe Million Handschuhe.

„Die Hände sind unser wichtigstes Werkzeug. Leider denken wir aber kaum daran, sie zu schützen“, sagt Paul Loos. Der 52-Jährige leitet in vierter Generation das Traditionsunternehmen Eska, das sich auf die Herstellung von Arbeits- und Feuerwehrhandschuhen sowie Sport- und eleganten Lederhandschuhen spezialisiert hat.

Das Unternehmen wurde 1912 gegründet und hat sich bis heute auf dem Markt behauptet. 400.000 bis 600.000 Handschuhe werden in Thalheim bei Wels jährlich hergestellt. 90 Prozent davon gehen ins Ausland – „in alle Kontinente bis auf die USA“, sagt der Firmenchef. In Übersee erschwere die Bürokratie den Markteintritt.

In der Zentrale beschäftigt das Unternehmen 31 Mitarbeiter, die jedes Jahr rund 15 Millionen Euro umsetzen. Fünf Mitarbeiter sind gelernte Handschuhmacher. „Die wenigsten wissen, dass das ein Handwerksberuf ist“, sagt Loos. Die Ausbildung sei sehr umfangreich und deshalb nicht für jeden geeignet, so der Firmenchef. „Sie dauert vier Jahre, und Männern bleibt auch das Nähen nicht erspart.“

Nachhaltigkeit als Trumpf

Eska vertreibt seine Produkte in fünf Kategorien: Ski und Snowboard, Feuerwehr, Polizei, Militär und „klassischer Leder- und Seidenhandschuh“. Beim G7-Gipfel im August in Biarritz rüsteten sich französische Polizisten und Spezialeinheiten mit Einsatzhandschuhen aus Thalheim bei Wels.

Aber wie sieht die Entwicklung in einer Branche aus, die es seit mehr als 100 Jahren gibt und von der weltweit nur noch eine Handvoll Hersteller tätig sind? „Oberste Priorität hat das Thema Nachhaltigkeit. Qualität wird immer mehr gefragt“, sagt Loos.

Einige Anbieter gingen den gegenteiligen Weg und versuchten, Kunden mit niedrigen Preisen zu locken. Loos: „Da machen wir nicht mit. Die Leute zahlen zwar 100 Euro oder mehr für normale Schuhe, wollen aber Handschuhe um zehn Euro haben.“