Bild: Kraftwerk

Vom Einmannbetrieb auf den Times Square

Von Martin Roithner

Kraftwerk Living Technologies entwickelt multimediale Erlebniswelten – und stößt auf weltweites Interesse

Begonnen hat alles mit Discokugeln und Scheinwerfern: Damit stattete Manfred Meier 1992 Bars, Restaurants und Clubs aus – als selbstständiger Unternehmer. Heute, 27 Jahre später, ist Meier Chef von 135 Beschäftigten und erregt mit seinem Unternehmen weltweites Aufsehen.

Kraftwerk Living Technologies (LT) hat sich auf multimediale Erlebniswelten spezialisiert, zum Beispiel 5D-Kinos oder Technologiezentren für Autobauer. Auch auf dem New Yorker Times Square sind die Welser vertreten: Kraftwerk LT wirkte an der virtuellen Unterwasserwelt „National Geographic Encounter: Ocean Odyssey“ mit. Mehr als 230 Lautsprecher, 50 Projektoren, 35 Displays und 50 Videoserver stammen aus Wels.

Heuer hat das Unternehmen erneut zwei Großaufträge an Land gezogen: Im chinesischen Changsha stattete Kraftwerk LT eine 800 Sitze fassende 5D-Theater-Attraktion aus, im deutschen Heilbronn war das Unternehmen am Wissenschaftsmuseum experimenta Science Dome beteiligt. Weitere Projekte und Aufträge seien kurz vor der Unterzeichnung, sagt eine Firmensprecherin. Auch bei der Weltausstellung Expo in Dubai im kommenden Jahr werden die Welser ihre Finger im Spiel haben.

In der Firmenzentrale in Wels sind rund 100 Mitarbeiter tätig. Global sind es an die 135, denn Standorte in Shanghai, Johannesburg und Moskau zählen ebenfalls zum Unternehmen. Der Umsatz ist in den vergangenen Jahren jeweils zweistellig gewachsen; für heuer erwartet das Unternehmen moderateres Wachstum. Im Vorjahr lag der bereinigte Umsatz bei rund 35 Millionen Euro.

Treue zum Standort Wels

Angesichts der zunehmenden Auftragslage hat Kraftwerk LT im Vorjahr die Agenden im Management neu verteilt. Die geschäftsführenden Gesellschafter Manfred Meier und Christian Hofer wurden aus der operativen Struktur genommen, um „Projekte abwickeln zu können und Vielfalt in den Teams zu fördern“, wie es heißt.

Dem Standort in Wels will man treu bleiben: Das Unternehmen sieht die Nähe zu Hochschulen, die Infrastruktur und Kooperationen mit Firmen als Vorteil.