Bild: Manfred Aigner Umdasch AG // 2011 wurde das Stammhaus in Wildenau neu eröffnet.

Von Wildenau aus gegen Zalando, Zara & Co

Von Dietmar Mascher

Modehandel: Wie schafft es das Innviertler Modehaus Mittermayr, sich gegen die Riesen der Branche zu behaupten?

Heute würde man ein solches Unternehmen hier nicht mehr gründen", sagt Karl Mittermayr. Aber das Modehaus, das er mit seiner Frau Gabi betreibt, hat hier seine Wurzeln. Und es hat sich etabliert. "Wir haben uns halten können, weil die Region zu uns gehalten hat", sagt Mittermayr.

Das ist nicht selbstverständlich. Zahlreiche Modehändler haben in den vergangenen Jahrzehnten das Handtuch geworfen, mussten sich der Dominanz von Einkaufszentren, Handelsketten und zuletzt dem Internet ergeben. Neben der Familie Mayr mit ihrer Eigenmarkenkette Fussl trotzen auch die Mittermayrs nach wie vor den Zalandos und Zaras dieser Welt. Und strahlen dabei Zuversicht aus.

Die Zentrale des Modehauses steht in Wildenau. Der Ort mit 1000 Einwohnern in der Gemeinde Aspach hat mehr Handelsfläche als die meisten anderen kleinen Gemeinden, weil allein das Modehaus 1000 Quadratmeter aufweist. Dort verkaufen die Mittermayrs Markenmode. Das Stammhaus war 2011 völlig neu wiedereröffnet und 2012 mit einem Handelspreis ausgezeichnet worden. In Wildenau, aber auch in den Filialen Mattighofen, Ried im Innkreis (Weberzeile) sowie Braunau (Wiedereröffnung der erweiterten Filiale in zwei Wochen) arbeiten mittlerweile an die 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Erst in dritter Generation

Karl Mittermayr führt das Haus mit seiner Frau, die auch Einkaufschefin ist, erst in dritter Generation. Großmutter Maria hatte 1910 mit ihrem Mann einen Gemischtwarenladen gegründet. Der Mann kam aus dem Ersten Weltkrieg nicht mehr zurück, 1922 heiratete sie den Mühlviertler Johann Mittermayr und führte das Geschäft weiter, 1949 übernahm es Karl, der Vater des jetzigen Chefs.

Karl junior stieg 1985 ins Unternehmen ein und konzentrierte sich vor mehr als 20 Jahren auf Damen- und Herrenmode. Die vierte Generation steht mit Tochter Andrea (26) in den Startlöchern. Sie hat schon mehrere Jahre Handelserfahrung und auch die Filiale Weberzeile aufgebaut.

"Die Ketten gehen wieder"

Karl Mittermayr ist um sein Geschäft nicht bange. "Die Ketten verabschieden sich wieder aus den Regionen. Die Leute kommen zum Teil wieder aus den Einkaufszentren zurück, weil wir unsere Kunden kennen und individuell betreuen." Personal Shopping, also Einkaufen mit persönlicher Betreuung zum vom Kunden gewünschten Zeitpunkt, stehe bei ihm auf der Tagesordnung, nicht zuletzt beim Erwerb von Hochzeitskleidung.

Der Onlinehandel werde weiter Marktanteile gewinnen. "Und auch wir arbeiten hier an zusätzlichen Angeboten. Aber Onlinehändler wollen wir nicht werden", sagt Mittermayr, der mit seinem Unternehmen in absehbarer Zeit einen Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe erreichen könnte. "Wir bauen darauf, dass die Leute dort einkaufen, wo sie sich wirklich wohlfühlen. Und das glauben wir anbieten zu können", sagt der 58-jährige Innviertler.