Vorbehalte gegenüber Robotern am Arbeitsplatz haben zugenommen
Bild: APA/AFP/MANDEL NGAN

Vorbehalte gegenüber Robotern am Arbeitsplatz nahmen zu

Von Susanna Sailer

Bedenken gibt es in Medizin, Altenpflege und beim autonomen Fahren - so eine Studie.

In Europa steigt die Skepsis gegenüber Robotern. Wissenschafter der Universitäten Linz und Würzburg haben EU-Umfrage-Daten analysiert. Demnach wurden Roboter 2017 deutlich negativer beurteilt als fünf Jahre davor. Speziell gegen Roboter am Arbeitsplatz sind die Vorbehalte gewachsen. Für die Studie wurden in 27 Ländern mehr als 80.000 Menschen befragt.

Zunächst wurde deren allgemeine Einstellung zu Robotern erhoben. Die Bewertung fällt hier noch relativ positiv aus – Roboter werden als potenziell nützliche Technologie gesehen, die das Leben erleichtere.

Geht es aber um konkrete Anwendungen von Robotern, die bald Realität werden können, fiel die Bewertung deutlich negativer aus. "Die Menschen scheinen große Bedenken zu haben, wenn es darum geht, Roboterunterstützung etwa in der Medizin, in der Altenpflege oder bei autonom fahrenden Autos zu akzeptieren", schreiben die Wissenschafter in ihrer Arbeit. Diese zunehmenden Sorgen seien nicht ohne Grund, meinen die Forscher. Denn es gäbe Studien, wonach bis 2030 etwa ein Fünftel aller Arbeitsplätze durch Roboter ersetzt werden soll.

Frauen reagieren skeptischer

Die Daten zeigen weiters, dass Männer Roboter positiver als Frauen sehen. Arbeiter stehen der Technologie reservierter gegenüber als Angestellte. Kaum Unterschiede wurden hinsichtlich des Alters der Befragten festgestellt. Allerdings gab es in Ländern mit höherem Anteil älterer Einwohner eine positivere Einstellung zu Robotern, was für die Wissenschafter "nicht unerwartet" kommt, da in alternden Gesellschaften Maschinen die Engpässe in der Altenbetreuung kompensieren könnten.