Partnerinnen und Rechtsanwältinnen der Anwaltskanzlei Haslinger/Nagele
Bild: Haslinger/Nagele // (v. l.) Barbara Jakubowics, Daniela Huemer, Birgit Meisinger, Kerstin Holzinger, Julia Goth und Johanna Fischer

Wie Rechtsanwältinnen keinen Karriereknick trotz Babypause erleben

Von Susanna Sailer

Die Linzer Kanzlei Haslinger/Nagele wurde mit dem „Women in Law Award 2019“ ausgezeichnet.

Die Besten der Besten im Rechtsbereich wurden diese Woche im Looshaus in Wien vor den Vorhang geholt. Der Linzer Rechtsanwaltskanzlei Haslinger/Nagele wurde bei diesem Anlass der „Women in Law Award 2019“ verliehen. Jury-Sprecherin Caro Weerkamp begründete die Bewertung: „Bei Haslinger/Nagele hat uns beeindruckt, dass die Kanzlei auf den Zeitgeist reagiert, dass es flexible Arbeitszeit- und Karenzmodelle gibt – nicht ein Modell für alle, sondern für jeden passend.“

Daniela Huemer, die den Preis entgegennahm, freut sich, dass die internen Fördermaßnahmen für Frauen durch den Award nun auch österreichweit Anerkennung finden. „Wir haben bereits vor Jahren festgestellt, dass die Vereinbarung von Karriere und Familie ein Thema ist, besonders für junge Mütter, die sonst dem Anwaltsberuf den Rücken kehren würden.“

Mehr als die Hälfte der Jus-Studierenden sei weiblich. Viele von ihnen würden später die Anwaltsprüfung mit hervorragenden Leistungen absolvieren und dann doch zu Banken, Unternehmen, in den öffentlichen Dienst oder in die Richterschaft wechseln, weil sie dort hoffen, größere Flexibilität und bessere Absicherung in der Phase der Familiengründung vorzufinden.

„In unserer Kanzlei gibt es breiten Konsens, dass Elternschaft nicht zu einem Karriereknick führen soll“, sagt Huemer, selbst zweifache Mutter. So gäbe es ein Beteiligungsmodell, damit Partnerinnen ab einer gewissen Anzahl von Jahren in der Hierarchie weiterspringen können. Eine Baby-pause werde damit nicht zwingend zur Karrierebremse.

Ein weiteres Thema ist Flexibilität. Neben Homeoffice haben junge Mütter die Möglichkeit, ihre Anwesenheit in der Kanzlei und die Erreichbarkeit für ihre Mandanten nach ihren familiären Erfordernissen frei auszurichten. Es ist möglich, eine Auszeit oder Karenz für zwei Jahre anzutreten. Auch im internen Organisationsverlauf wird auf Familien Rücksicht genommen, etwa, indem Sitzungen nicht erst um 17.30 Uhr, sondern mittags stattfinden.

Huemer: „Uns ist auch wichtig, dass unsere Partnerinnen während der Babypause als Anwältinnen eingetragen und somit auf dem Markt sichtbar bleiben.“

Bei Haslinger/Nagele arbeiten rund 130 Mitarbeiter in Linz und Wien. Von den 30 Rechtsanwälten ist etwa ein Viertel weiblich.