Wann Software im Bewerbungsprozess zum Einsatz kommt und wann nicht
Bild: Colourbox Beim Online-Bewerben am besten so viele Qualifikationen und Fähigkeiten wie möglich angeben.

Wie Software im Bewerbungsprozess zum Einsatz kommt

Von Susanna Sailer

Computer können eine Vorausauswahl treffen, aber ein Mensch schaut immer noch drüber.

Wenn es darum geht, Bewerber anzusprechen bzw. auszuwählen, sind sehr häufig Software-Programme im Spiel. Der Gedanke daran verursacht bei vielen Jobsuchenden ein mulmiges Gefühl. Sie befürchten, dass ihre Bewerbungen von einem Computer aussortiert werden, ohne dass diese ein Personalverantwortlicher zu Gesicht bekommt. Prokurist Michael Friedwagner, der in leitender Funktion beim Software-Anbieter Infoniqa in Thalheim bei Wels für Bewerbungsmanagement-Programme zuständig ist, gibt einen Einblick, wann und wie eine derartige Software in Österreich derzeit eingesetzt wird.

"Viele Unternehmen bieten auf ihrer Homepage die Möglichkeit, sich online zu bewerben. Die soll so einfach wie möglich sein", sagt Friedwagner. Viele Arbeitgeber seien bemüht, potenzielle Kandidaten nicht durch komplizierte Bewerbungsprozesse abzuschrecken.

Die Daten der Online-Bewerbungen werden automatisch verarbeitet. Eine E-Mail geht in die Recruiting-Abteilung, die Bewerbung wird in der Dokumentendatenbank abgelegt und automatisch ein Dankes-Mail verschickt. Friedwagner: "Das erspart den Personalmanagern viele kleine Handgriffe, sodass sie sich auf den eigentlichen Auswahlprozess konzentrieren können."

Es sei bereits möglich, dass ein Computer anhand der jeweiligen Ausbildung und Qualifikation eine automatische Voreinstufung vornehme. Das werde höchstens von Großunternehmen genutzt, die für bestimmte Positionen zahlreiche Bewerbungen bekämen. Es handle sich dabei um ein Suchprogramm, um bestimmte Begriffe in einem Text zu finden. "Aber immer noch schaut ein Personalverantwortlicher über diese Auswahl und trifft die Entscheidung", sagt Friedwagner. Denn eine Person, die sich um eine Stelle bewerbe, könnte möglicherweise Fähigkeiten haben, die für einen anderen vakanten Job passen würden.

Theoretisch könnte die Software automatisch den anderen Kandidaten, die nicht in der Vorauswahl landen, eine Absage senden. Doch in der Praxis lasse das kaum ein Arbeitgeber zu.

Friedwagner: "Ich empfehle, in den Online-Profilen so viele Qualifikationen und Fähigkeiten wie möglich einzugeben. Je mehr jemand davon preisgibt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, in den Auswahltopf zu gelangen."