Wut am Arbeitsplatz: Besser Lösungen finden, statt Ärger zu bagatellisieren
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Wut im Job: Lösungen finden, statt Ärger bagatellisieren

Von Susanna Sailer

Die Wirtschaftspsychologin Evelyn Summhammer gibt in ihrem neuen Buch Tipps.

Der Umgangston im Berufsalltag hat sich zunehmend verschärft. "Immer wieder stellt sich heraus, dass Menschen, die Ärger, Wut und Aggressionen erleben, damit nicht umgehen können", sagt Evelyn Summhammer. Die Oberösterreicherin ist Wirtschaftspsychologin, Persönlichkeitsdesignerin und Coach mit Büros in der Scharten und in Wien.

Verbale Aggressionen würden die Beziehung zum Gegenüber stark beeinträchtigen. "Die Folge sind passiv-aggressive Verhaltensweisen, die sich in verdeckten Racheakten äußern", sagt Summhammer und nennt Beispiele: Dringend benötigte Informationen bleiben liegen. Jemand, der sonst immer genau arbeitet, wird schlampig oder hält Termine nicht ein. Viele resignieren und boykottieren, andere streuen Gerüchte.

"Es gibt subtile Spielchen, wenn der Ärger oder die Wut nicht direkt angesprochen werden", sagt die Wirtschaftspsychologin, die sich in ihrem neu erschienenen Buch mit dem Titel "Komm doch mal runter!" dem Thema Ärger und Aggression widmet. Denn Studien beweisen, dass Ärger der Leistungskiller Nummer eins sei. "Wenn Menschen verärgert sind, sind sie automatisch demotiviert."

Summhammer gibt Tipps zum konstruktiven Ärgermanagement. "Ist jemand gerade ärgerlich oder wütend, ist das kein guter Zeitpunkt, darüber zu reden. Denn wir befinden uns in einem Ausnahmezustand, wollen kämpfen, flüchten oder gehen in die Starre." Im zweiten Schritt gelte es zu akzeptieren, dass man selbst oder jemand anderer gerade wütend ist. Zu bagatellisieren oder die Situation schönzureden, bringe hingegen nichts.

Mut zum Vier-Augen-Gespräch

Erst wenn sich die Emotion wieder gelegt habe, könne der nächste Schritt in Richtung Problemlösung erfolgen. Nun müsse der Auslöser für den Ärger gefunden werden. Dazu brauche es Mut zur Aussprache, die unter vier Augen stattfinden sollte. Summhammer nennt einen möglichen Satz, um das Gespräch einzuleiten: "Ich habe über gestern nachgedacht, aber nicht ganz verstanden, was Sie aufgebracht hat. Bitte erklären Sie es mir, damit ich weiß, was los war."

Bei den Formulierungen gelte es aufzupassen, nicht mit dem Zeigefinger auf andere zu zeigen. Voreilige Wertungen könnten negative Emotionen anheizen. Und Achtung bei der Lösungssuche: Der Fokus dabei liegt stets in der Zukunft und nie in der Vergangenheit.

Buchtipp:

Buchcover

"Komm doch mal runter! Vom souveränen Umgang mit Ärger, Wut und Aggressionen", von Evelyn Summhammer, Verlag Goldegg