Zu lange in Teilzeit
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Zu lange in Teilzeit

Es entsteht eine Kluft zwischen Müttern und Kinderlosen.

Der Frauenanteil mit Teilzeitbeschäftigung hat sich in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten auch im Ländervergleich extrem erhöht. Demografen zufolge ist der Weg zurück in die Vollzeit auch mit älteren Kindern keineswegs vorgezeichnet. Es tue sich eine neue Kluft am Arbeitsmarkt zwi- schen Müttern und kinderlo- sen Frauen auf, berichten Caroline Berg- hammer und Bernhard Riederer vom Institut für Demografie der Österrei- chischen Akade- mie der Wissen- schaften (ÖAW) und vom Institut für Soziologie der Universität Wien.

Vor allem habe die Wissenschafter überrascht, "dass Frauen so lange in Teilzeit bleiben", sagte Berghammer. Denn auch als das jüngste Kind bereits zwischen zehn und 15 Jahre alt war, betrug der Vollzeitanteil lediglich zwischen 41 (Jahrgänge 1950–59) und 30 Prozent (Jahrgänge 1970–79).

Dass Frauen nach der Mutterschaft nur ein paar Jahre reduzieren, um dann wieder Arbeitszeit aufzustocken, passiere also vielfach nicht. Am ehesten lasse sich das noch bei höhergebildeten Frauen beobachten, sagte die Demografin. Für die anderen bedeute das Abstriche bei Verdienst und Pension bzw. höhere Armutsgefährdung etwa bei Alleinerzieherinnen.