Bild: Stadt Wels // Bürgermeister Andreas Rabl (4. v. r.), LAbg. Michael Gruber (li.), Marktleiter Roland Platzer (3. v. l.) mit Mitarbeitern der Unimarkt-Filiale

Zwischenstation Unimarkt auf dem Weg in die Arbeitswelt

Von Erik Famler

Pilotprojekt bietet Hilfe und Halt nach psychischer Erkrankung.

Statistisch gesehen erleidet jeder dritte Österreicher mindestens einmal in seinem Leben eine psychische Erkrankung. Bei ihrer Rückkehr in den Arbeitsmarkt sind die meisten Betroffenen auf Unterstützung angewiesen. Ein landesweit einmaliges Projekt wurde 2015 im Unimarkt in der Grieskirchner Straße gestartet. Die Smartwork GmbH, ein Tochterunternehmen von pro mente, betreibt diesen Markt mit dem Ziel, psychisch erkrankte Personen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. 30 Personen haben das Projekt bereits absolviert. 70 Prozent waren Frauen: "Den Wiedereinstieg schaffen rund 40 Prozent", sagt Marktleiter Roland Platzer.

Bürgermeister Andreas Rabl (FP) begrüßt das Pilotprojekt von Smartwork nicht nur aus sozialen Aspekten: "Trotz Hochkonjunktur haben wir in Wels neun Prozent Arbeitslose. Gleichzeitig wird in allen Qualifikationsstufen nach Mitarbeitern gesucht. Daher ist es wichtig, Arbeitslose zu mobilisieren."

Voraussetzung für einen Transitjob ist das Attest eines Facharztes

Marktleiter Platzer beschäftigt sechs Mitarbeiterinnen. Weitere 24 Transitmitarbeiter werden bis zu einem Jahr in Beschäftigungsprojekten auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereit. Sie bedienen die Kasse, räumen Regale ein, betreuen die Feinkostabteilung oder bereiten Snacks und Catering-Aufträge vor.

"Die Transitmitarbeiter leiden an unterschiedlichsten psychiatrischen Erkrankungen", sagt Smartwork-Geschäftsführer Bernhard Kolouch. Voraussetzung für einen Transitjob ist das Attest eines Facharztes. Vor dem Einstieg in die Filiale absolvieren die Transitmitarbeiter ein achtwöchiges Arbeitstraining zur gesundheitlichen Stabilisierung.

Neben Projekten wie jenem im Unimarkt fehlt es auch an Unterkünften für Beeinträchtigte. Aus diesem Grund will Landtagsabgeordneter Michael Gruber (FP) stillgelegte Seniorenheime für psychisch Kranke öffnen: "In Oberösterreich besteht Bedarf für 400 solcher Wohnplätze", sagt Gruber. Sechs derartige Plätze werden aktuell im alten Spitzer-Heim geschaffen.