So holt das Innviertel internationale Fach- und Führungskräfte
Bild: VOLKER WEIHBOLD

So holt das Innviertel internationale Fach- und Führungskräfte

Von Thomas Streif

Servicestelle unterstützte mehr als 300 Spezialisten beim Start in Oberösterreich

Die Wirtschaft im Innviertel läuft gut. Die vielen Leitbetriebe wie KTM, Fill, FACC, Scheuch, Frauscher Sensortechnik oder B & R in Eggelsberg benötigen gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte. Keine leichte Aufgabe, die Arbeitslosenquote liegt beispielsweise im Bezirk Ried bei 3,5 Prozent, rund 5000 Stellen sind nicht besetzt.

Im Wettbewerb mit anderen Wirtschaftsregionen hat man im Innviertel vor fünf Jahren eine Servicestelle eröffnet, die ausländische Fach- und Führungskräfte bei ihrem Start unterstützt. Zu den Gründern gehören Rieds AMS-Chef Klaus Jagereder, Wirtschaftskammer-Ried-Leiter Christoph Wiesner und Andrea Eckerstorfer vom Verein "Initiative Lebensraum Innviertel" und "Hotspot Innviertel".

"Zu Beginn der Aktion im Jahr 2013 haben wir in erster Linie versucht, hochqualifiziertes Personal aus Spanien ins Innviertel zu holen", so Jagereder. "Mittlerweile sind wir über Fachkräfte aus der ganzen Welt froh, weil wir den Bedarf vor Ort nicht decken können."

Anfangs sei man für dieses Engagement noch etwas belächelt worden. "Das hat sich aber mittlerweile völlig gewandelt, die Arbeit der Servicestelle ist nicht mehr wegzudenken", sagt Jagereder. Maria Dietz betreut die Servicestelle, die eng mit dem zentralen "Welcome2UpperAustria-Center" der Standortagentur Business Upper Austria in Linz zusammenarbeitet.

200 Personen sind geblieben

"Rund 300 Personen unterschiedlichster Nationalitäten habe ich bisher betreut, 200 davon sind im Innviertel geblieben." Vor allem in den Bereichen Management, Forschung und Entwicklung, IT und im Verkauf seien die gezielt angeworbenen Arbeitskräfte aus dem Ausland gefragt. Gemeinsam haben die beiden Servicestellen ein Handbuch (Pocket Guide) mit dem Titel "your helping hand" für alle Neuzugezogenen herausgegeben.

Beim Innviertler Technologieunternehmen FACC beschäftigt man derzeit mehr als 3400 Mitarbeiter aus 38 Nationen. "Aufgrund unseres starken Wachstums benötigen wir rund 700 neue Mitarbeiter in allen Bereichen", erklärt FACC-Konzernchef Robert Machtlinger. Daher sei die Servicestelle ein sehr wichtiger Netzwerkpartner bei der Integration von internationalen Schlüsselfachkräften.

Auch bei Frauscher Sensortechnik in St. Marienkirchen bei Schärding ist man mit der Kooperation zufrieden. "Viele unserer ausländischen Neuankömmlinge werden von der Servicestelle unterstützt", sagt Ingrid Schwarz, die Personalchefin bei Frauscher Sensortechnik.

Hilfe in allen Lebenslagen

Ab Jobzusage begleitet Dietz den Prozess und hilft bei der Suche nach einer Wohnung, unterstützt beim Meldewesen und auf Behördenwegen und informiert über viele andere Themen. Kommen Familienmitglieder mit ins Innviertel, vermittelt Dietz einen Kindergartenplatz und unterstützt auch die Partner bei der Jobsuche.