Bild: Haribo // Christina Niedermayer (li.) und Flurina Reidl erwecken unter anderem die Haribo Goldbären zum Leben.

Berufsmöglichkeiten in der Lebensmittelindustrie

Von Daniela Ullrich

Lebensmitteltechniker, Getränketechnologen oder Qualitätsmanager sind die gefragten Fachkräfte der Branche.

Kaum eine Branche ist so vielfältig wie die Lebensmittelindustrie. Denn diese umfasst neben der Herstellung, der Verpackung und der Entwicklung von Produkten auch die Überprüfung ihrer Qualität sowie die Vermarktung. Fachkräfte werden auch hier händeringend gesucht.

Die Firma S. Spitz mit Sitz in Attnang-Puchheim zum Beispiel ist seit mehr als 160 Jahren Entwickler, Erzeuger, Veredler und Vermarkter von haltbaren Nahrungsmitteln und Getränken. Unterschiedlichste Produkt- und Produktionsbereiche bieten ein abwechslungsreiches Arbeitsumfeld.

Beruf Lebensmitteltechniker

„Die Anforderungen an und Sicherheit sind besser geworden und haben sich deutlich erhöht. Die Betriebe haben sich vergrößert somit auch die Maschinen und Anlagen, die in ihrer Komplexität auch richtig bedient werden müssen. Das dafür notwendige technische Know-How kombiniert mit Hintergrundwissen über die Produkte selber hat vor rund zehn Jahren das Berufsbild des Lebensmitteltechnikers auf den Plan gerufen“, sagt Spitz-Geschäftsführer Josef Mayer.

Bernadette Haas hat nach der AHS-Matura ein Studium für Brauwesen und Getränketechnologie begonnen und bald gegen die Lehre als Lebensmitteltechnikerin bei Spitz eingetauscht: „Ich war immer schon eher praktisch orientiert“, sagt die 26-Jährige, die seit zwei Monaten ausgelernt und nun in der Getränkeentwicklung tätig ist.
„Wir entwickeln neue Produkte, verbessern bestehende Getränke oder erstellen neue Geschmacksrichtungen“ sagt Haas, die sich in der Abteilung pudelwohl fühlt: „Ich lerne und sehe viel. Es ist toll zu beobachten, wie sich der Markt und Trends entwickeln.“

Arbeiten mit den Goldbären

Christina Niedermayer fand ihre berufliche Wohlfühlzone ebenfalls in der Lebensmittelindustrie. Die 29-Jährige ist seit eineinhalb Jahren Leiterin der Entwicklung bei Haribo in Linz. An ihrem Job schätzt sie den abwechslungsreichen Tätigkeitsbereich: „Jedes Projekt ist komplett neu und erfordert gewisse Tüftel-Arbeit, bei der es herauszufinden gilt, welche Rohstoffe zusammenwirken und welche Parameter es braucht, um etwas Gelungenes zu entwickeln.“, sagt die zweifache Diplomingenieurin, die nach einem BOKU-Studium in Wien auch noch das Bachelor-Studium Lebensmittel und Biotechnologie an der Fachhochschule Wels in beiden Studienrichtungen erfolgreich absolvierte.
Ihre Kollegin Flurina Reidl war vor sieben Jahren der einzige Lebensmitteltechniker-Lehrling bei Haribo, heute sind es schon fünf. „Der Beruf wird immer interessanter und ist ein gutes Pendant zum Chemielaboranten. Mir hat an der Lehrzeit besonders getaugt, dass ich Einblicke in die verschiedensten Abteilungen bekam. Mit meiner guten Grundausbildung konnte ich mich dann spezialisieren“, sagt die 21-Jährige, die ebenfalls in der Entwicklung arbeitet.

Qualitätsmanagement

Leonhard Froschauer ist als Leiter Qualitätsmangement, Forschung und Entwicklung der Tiefkühlkostprodukte der Firma Weinbergmaier aus Wolfern dafür verantwortlich, dass die Produkte und Abläufe ständig optimiert werden, um den Kundenanforderungen genau zu entsprechen.
„Stellungnahmen schreiben, Reklamationen bearbeiten und die intensive Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten garantieren einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag“, sagt der Absolvent der HTL für Lebensmitteltechnologie Wels.