Hand-Werk unterstützt seit 20 Jahren Gehörlose

Hand-Werk unterstützt seit 20 Jahren Gehörlose

Von Elisabeth Prechtl

Das Projekt hilft Beeinträchtigten bei ihrer Berufsausbildung.

LINZ. Schwerhörigen oder gehörlosen Menschen die Möglichkeit auf eine gute Berufsausbildung zu geben, ist die Aufgabe des Projekts Hand-Werk Ausbildungsassistenz. Diese Woche feierte die Initiative mit Sitz in der Linzer Kapuzinerstraße ihren 20. Geburtstag.

"Auch beeinträchtigte Lehrlinge müssen eine Regel-Berufsschule besuchen", sagt Martin Nowak, Leiter von Hand-Werk. "Wir helfen ihnen erst bei der Auswahl des richtigen Berufsfelds und später auch im Unterricht."

300 begleitete Jugendliche

Hand-Werk ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Neun Mitarbeiter sind aktuell für das Projekt tätig. Sie alle beherrschen die Gebärdensprache, zwei von ihnen sind selbst hörbeeinträchtigt.

Seit Bestehen des Projektes wurden rund 300 beeinträchtigte Menschen in 54 unterschiedlichen Berufen auf ihrem Weg begleitet. Wie viel Hilfe jemand brauche, hänge vom Grad der Beeinträchtigung ab, sagt Nowak.

Für Jugendliche sind sie persönliche Trainer. Sie unterstützen im Berufsschulunterricht bei der Kommunikation mit Lehrern sowie Mitschülern und fertigen vereinfachte Mitschriften an: "Man darf nicht vergessen, dass viele unserer Teilnehmer nur einen kleinen Wortschatz und oft große Probleme mit der Grammatik haben", sagt Nowak. Sprache, aber auch soziale Kompetenzen könnten sie sich nicht durch Mithören aneignen. Auch mit den Fachbegriffen täten sie sich häufig schwer. Beeinträchtigte müssten für ihren Erfolg oft doppelt so hart arbeiten wie andere Schüler.

Vorurteile abbauen

Eine weitere wichtige Aufgabe sehen Nowak und seine Mitarbeiter im Abbau von Vorurteilen: Sie halten Sensibilisierungsvorträge für Lehrer, Mitschüler, Arbeitgeber und Arbeitskollegen. Denn, so Nowak: "Hörbeeinträchtigte Menschen laufen Gefahr, zu Außenseitern zu werden. Das darf nicht passieren."

Das ist Hand-Werk

Das Projekt Hand-Werk Ausbildungsassistenz in der Linzer Kapuzinerstraße gehört zum Zentrum für Hör- und Sehbildung der Caritas.Es unterstützt gehörlose und schwerhörige Jugendliche ab dem 13. Lebensjahr, deren Eltern, Berufsschulen und auch Unternehmen, die beeinträchtigte Jugendliche beschäftigen. Finanziert wird die Einrichtung, für die neun Mitarbeiter tätig sind, vom Sozialministeriumsservice.