Bild: SHV Perg // Kreativität bei der Suche nach Pflege- und Gesundheitsfachkräften

So sollen Pflegeberufe attraktiver werden

Von Bernhard Leitner

Verantwortliche in Freistadt und Perg bemühen sich um Gesundheits- und Pflegekräfte.

Das Wort "Pflege-Notstand" will im Mühlviertel noch niemand der Verantwortlichen in den Mund nehmen. Bisher kam es nur vereinzelt vor, dass freie Heimplätze nicht genutzt werden konnten, weil das notwendige Personal fehlte. Klar ist aber: Wenn in Oberösterreich bis zum Jahr 2025 bis zu 1600 Pflegekräfte fehlen, werden darunter auch die Pflegeeinrichtungen im Mühlviertel betroffen sein. "Der große Bedarf an Pflegekräften kann teilweise nicht voll gedeckt werden. Wenn sich die Situation nicht bessert, werden wir künftig nicht immer alle an uns gerichteten Heimaufnahmewünsche erfüllen können – selbst wenn wir die räumlichen Ressourcen dazu hätten", sagt der Perger Bezirkshauptmann und Obmann des Sozialhilfeverbands, Werner Kreisl.

Lehrgang "Fachsozialbetreuer/in Altenarbeit"

Um mehr Menschen als bisher für einen Pflegeberuf zu motivieren, geht der Sozialhilfeverband Perg aktiv auf Wiedereinsteigerinnen zu. Für einen Ende September in der Altenbetreuungsschule Baumgartenberg startenden Lehrgang "Fachsozialbetreuer/in Altenarbeit" geht der Sozialhilfeverband Perg eine Kooperation mit der Aktion Tagesmütter ein. Ziel dieser Initiative: Während der theoretischen Ausbildung werden ausgebildete Tagesmütter die Kinderbetreuung in unmittelbarer Nähe der Ausbildung garantieren.

"Mit diesem Angebot wollen wir Wiedereinsteigerinnen, die eine Pflegeausbildung machen, einen stress- und vor allem sorgenfreien Unterricht ermöglichen", sagt Bezirkshauptmann Kreisl. Auch nach der Ausbildung biete man in den sechs Alten- und Pflegeheimen 450 sichere Arbeitsplätze in unmittelbarer Wohnortnähe an. Damit gehe auf dem Weg zur Arbeit keine wertvolle Zeit verloren. Zudem wird der zweijährige Lehrgang erstmalig berufsbegleitend – mit zwei Schultagen – durchgeführt. "Die zu absolvierenden Praktika können so während der Ausbildungszeit parallel und flexibler durchgeführt werden", sagt Wilma Steinbacher, Direktorin der Altenbetreuungsschule.

Schul-Partnerschaften

Damit Jugendliche Pflege- und Gesundheitsberufe schon frühzeitig im Detail kennenlernen können, schließt die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege (GuKPS) Freistadt Partnerschaften mit höheren Schulen in der Region wie dem Agrar-Bildungszentrum Hagenberg oder aktuell der HLW Freistadt.

Eine Vernetzung unter den Bildungsberatern der Schulen soll die jugendlichen Interessentinnen ausführlich informieren. "Mit einem HLW-Abschluss wird gerne der Weg in eine Gesundheitsberufs-Ausbildung eingeschlagen. Mit der neuen Partnerschaft wird es verbessert möglich sein, zu vermitteln, was nachgelagerte Gesundheits- und Krankenpflegeschulen von unseren Absolventinnen und Absolventen erwarten", sagt HLW-Direktor Josef Abfalter über die Kooperation.