Bild: HTL // Die jungen HTL-Absolventen erforschten die historische Belüftungsanlage des Burgtheaters.

Hallstätter HTL-Schüler verschaffen dem Wiener Burgtheater frische Luft

Von Edmund Brandner

Für ihre raffinierte Diplomarbeit erhielten die vier Jugendlichen eine hohe Auszeichnung.

Die Belüftungsanlage des Wiener Burgtheaters ist ein Juwel der Technikgeschichte. Sie zeigt, wie raffiniert und energiewirksam Gebäude auch vor Zeiten elektronischer Steuerungen klimatisiert werden konnten.

Das Belüftungssystem beginnt bei einem Luftbrunnen im Volksgarten. Dort sinkt die Zuluft durch einen Schacht bis ins dritte Kellergeschoß und wird über einen 100 Meter langen Luftkanal zum Burgtheater geleitet. Im Sommer wird die Luft durch die Erdtemperatur gekühlt, im Winter vorgewärmt. Durch ein hochkomplexes System aus Gängen, Schächten und Kammern wird sie dann nach Bedarf noch gewärmt und im gesamten Gebäude verteilt, bevor sie am Ende über einen Blasengel am Dach wieder ausgeleitet wird.

Belüftungssystem verwanzt

Paula Buchegger, Benedikt Gschwandtner, Jana Obernberger und Sophie Preimesberger, vier Schüler des Restauriertechnik-Zweiges der HTL Hallstatt haben gemeinsam eine Diplomarbeit mit dem Titel "Optimierung des historischen Belüftungssystems des Wiener Burgtheaters" verfasst. Dafür haben sie das historische Belüftungssystem zum einen mit modernsten Mitteln analysiert. Sie verwanzten das gesamte System mit Sensoren und maßen die Temperaturen und Luftvolumenströme.

Aus den gewonnenen Daten arbeiteten sie Vorschläge zur Optimierung des bestehenden Systems aus. Ihre Vorschläge lassen eine verbesserte Gebäudekühlleistung bei geringem Zusatzenergiebedarf erwarten.

Um die gewonnenen Erkenntnisse den Bundestheatern leicht zugänglich zu machen, erstellten die vier Hallstätter Schüler noch ein eigenes Enterprise-Wiki, das ihre gewonnenen Erkenntnisse übersichtlich und leicht zugänglich macht. Die Bundestheater selbst haben bereits angekündigt, die Verbesserungsvorschläge der Schüler umsetzen zu wollen.

Die Schulbehörde war von der Abschlussarbeit des jungen Quartetts aus dem Salzkammergut so begeistert, dass sie dafür jetzt mit dem "BMHS-Award 2019" ausgezeichnet wurden. Die Übergabe des Preises erfolgte im Beisein des Bundesministers Faßmann, des Bildungsdirektors für OÖ Klampfer und weiterer Ehrengäste aus Gewerkschaft, Wirtschaftskammer und Schulverwaltung in der Wirtschaftskammer Österreich.