Oberösterreich ist Lehrlingshochburg

Die Ausbildung von Fachkräften ist für die Unternehmen in Oberösterreich essenziell. Das zeigen mehrere Befragungen. Bild: WKO Sonderthemen-Redaktion

22.779 wurden 2017 in 5721 Betrieben ausgebildet, so viele wie in keinem anderen Bundesland

Oberösterreich liegt bei den Einwohnern mit rund 1,47 Millionen hinter Wien und Niederösterreich an dritter Stelle (16,7 Prozent der Gesamtbevölkerung). Mit 22.779 Lehrlingen ist unser Bundesland sowohl bei den Lehrlingszahlen als auch der Anzahl an Lehrbetrieben die absolute Nummer eins.

21,3 Prozent aller Lehrlinge Österreichs erhalten ihre Berufsausbildung in Oberösterreich und werden in den insgesamt 5721 Ausbildungsbetrieben ausgebildet.

In keinem anderen Bundesland wird so viel in jeden einzelnen Lehrling investiert wie in Oberösterreich. Da in vielen Berufen die Anforderungen im fachlichen, aber auch sozialen Bereich steigen, investieren viele Ausbildungsbetriebe vermehrt in überbetriebliche Ausbildungen für deren Lehrlinge, aber auch deren Ausbilder. In Summe wurden über Lehre.fördern (dem Förderservice der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Oberösterreich) insgesamt knapp fünf Millionen Euro an Ausbildungsbetriebe für diese Qualifizierungsmaßnahmen refundiert. Das bedeutet, dass für jeden oberösterreichischen Lehrling durchschnittlich jährlich mehr als 200 Euro in Aus- und Weiterbildung außerhalb des Betriebes investiert wird – der Top-Wert in ganz Österreich (Österreichschnitt: 148 Euro).

Fokus Fachkräftesicherung

Die oberösterreichischen Wirtschaftsbetriebe nannten bei mehreren Unternehmensbefragungen 2017 (WIFO-Studie, Standortentwickler-Umfragen) das Thema "Fachkräfte" als das wichtigste wirtschaftspolitische Standortthema für Oberösterreich. Unterstrichen wird diese Tatsache auch mit folgenden Zahlen: Im Jahresschnitt gab es 2017 in Oberösterreich knapp 1000 (exakt: 918) sofort verfügbare offene Lehrstellen (2016: 752), die nicht besetzt werden konnten. Ein Plus von 22,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im Bereich der offenen Stellen am gesamten oberösterreichischen Arbeitsmarkt konnten im Jahresschnitt knapp 9000 (exakt: 8893) Stellen auf Lehrabschlussniveau nicht besetzt werden (2016: 7273). Auch hier gab es eine Steigerung von fast einem Viertel gegenüber dem Vorjahr. Damit stellt diese Qualifikationsanforderung die "Achillesferse" des oberösterreichischen Arbeitsmarktes dar.

Aktuelle Prognosen des Fachkräftemonitors des Landes gehen davon aus, dass bereits 2030 – sollte nicht ganz wesentlich gegengesteuert werden – die Fachkräftelücke auf Lehrabschlussniveau auf über 55.000 steigen wird.