Wie man alles rund um einen Online-Shop lernt

Die Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann ist auf drei Jahre angelegt Bild: Colourbox Sonderthemen-Redaktion

Seit Herbst wird die Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann als Lehrberuf angeboten. Handelsunternehmen bilden bereits aus.

Der Wandel in der Arbeitswelt erfordert auch neue Lehrberufe. Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort hat im Juli das Lehrberufspaket 2018 veröffentlicht. Erfasst ist auch die Ausbildungsordnung für den Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann, die die betriebliche Ausbildung abdeckt.

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Welche Berufsschulen den Lehrberuf anbieten werden, wird sich nach der Anzahl der Lehrlinge richten, die einen Lehrvertrag abschließen. Grundsätzlich haben alle Bundesländer Interesse an einem Ausbildungsangebot gezeigt.

Übungswebshop geplant

Zur Unterstützung der neuen Ausbildung ist ein Übungswebshop geplant (digitales Programm), anhand dessen die künftige Arbeit eines E-Commerce-Experten simuliert wird und der Lehrling in Übungen und Musterbeispielen die Arbeit mit digitalen Webshops erlernt. Dieses Programm soll voraussichtlich in Berufsschulen und bei der Lehrabschlussprüfung zur Verfügung stehen.

Der kostenlose Ausbildungsleitfaden "E-Commerce-Kaufmann/-frau" hilft Ausbildern und Lehrlingen durch die Lehrausbildung. Der Leitfaden bietet praktische Tipps und Best-Practice-Beispiele, um komplexe Lerninhalte einfach zu verstehen. Weitere Ausbildungsleitfäden finden Interessierte unter www.qualitaet-lehre.at.

Zielgruppe Handel

Zielgruppen für das neue Angebot sind vor allem Ausbilderbetriebe im Einzelhandel und Großhandel. Fast jedes Unternehmen führt hier bereits einen Online-Shop. Aber auch andere Unternehmen, die Webshops betreiben, wie beispielsweise im Tourismus, können Ausbilder sein.

In einem Feststellungsverfahren prüfen die Lehrlingsstellen, ob der Betrieb in der Lage ist, eine der betrieblichen Ausbildungsordnung entsprechende, qualitative Ausbildung gewährleisten zu können. Ein PC mit Internetzugang, eine Grafiksoftware und ein Shopsystem sind technische Mindestvoraussetzungen.

Die ersten jungen Leute starten nun mit der neuen Ausbildung, in der sie unter anderem den richtigen Umgang mit Shopmanagementsystemen, Warenpräsentation in Onlineshops, Erstellen von Newslettern und Anwendung von Kundenbewertungssystemen lernen.

Vorerst sind es vorrangig die großen heimischen Handelsbetriebe, die die Chance nutzen, sich ihre eigenen E-Commerce-Experten "heranzuzüchten". Der Handelsverband hat 36 der wichtigsten Handelsunternehmen Österreichs befragt. Ein Viertel von ihnen bietet bereits heuer den neuen Lehrberuf an, Tendenz steigend.