Gesundheitsberufe noch attraktiver gemacht

In der angewandten Forschung wird speziell das Expertenwissen der Gesundheitsberufe zur Weiterentwicklung medizinisch-diagnostischer Geräte angewandt. Bild: MedTech Cluster/Walter Luttenberger Sonderthemen-Redaktion

Im September startete der erste Joint-Masterstudiengang "Applied Technologies for Medical Diagnostics" in Oberösterreich

Lehre und Forschung im Anwendungsfeld der medizinischen Diagnosegeräte stärken – diese gemeinsame Ambition haben die beiden oberösterreichischen Fachhochschulen nunmehr in einer Kooperation fixiert.

Den Worten folgen auch unmittelbar Taten: Der erste Joint-Masterstudiengang "Applied Technologies for Medical Diagnostics" (ATMD) der beiden oberösterreichischen Fachhochschulen FH Oberösterreich und FH Gesundheitsberufe OÖ hat mit Anfang September gestartet.

Dieses Studium ist zugleich das erste FH-Studium Österreichs, welches von zwei Fachhochschulen in Kooperation betrieben wird.

In der angewandten Forschung wird speziell das Expertenwissen der Gesundheitsberufe zur Weiterentwicklung medizinisch - diagnostischer Geräte angewandt. Neben der technologischen Weiterentwicklung und Neuentwicklung von Diagnosegeräten, wie zum Beispiel im Nanobereich, medizinische Materialien und Sensorik, wird dabei unter anderem auf die Gebrauchstauglichkeit Wert gelegt.

Die Basis für das neue Studienangebot ATMD bilden die vorhandenen Kompetenzen in den Studiengängen Medizintechnik/Medical Engineering der FH Oberösterreich sowie Radiologietechnologie und Biomedizinische Analytik der FH Gesundheitsberufe OÖ.

Die Lehre in den Studiengängen wird auch durch die einschlägige angewandte Forschung der beiden Fachhochschulen befruchtet. So hat die FH Oberösterreich alle relevanten Aktivitäten zu diesem Thema im fakultätsübergreifenden Zentrum für technische Innovation in der Medizin (TIMed Center) gebündelt. Mit dem ATMD wird an der FH Gesundheitsberufe OÖ das Profil im Bereich der angewandten Wissenschaften unter anderem im Applikationsbereich neuer IVD-Systeme und der Biotechnologie-Entwicklung ausgebaut.

Das neue Joint-Masterstudium dauert vier Semester und ist berufsermöglichend ausgelegt. Es findet donnerstags und freitags (ganztags) sowie fallweise an Samstagen in Blockwochen statt. Zulassungsvoraussetzungen sind ein Bachelorstudium mit mindestens 180 ECTS-Punkten in Medizintechnik, Biomedizintechnik (jeweils mit mind. 10 ECTS-Punkten in einschlägigen medizinischen Fächern), Radiologietechnologie oder Biomedizinischer Analytik.

Neue Arbeitsplätze schaffen

Mit der Initiative "MED UP – Medical Upper Austria" verfolgt das Land Oberösterreich das Ziel, neue Arbeitsplätze zu schaffen, die Patientenbetreuung maßgeblich zu verbessern, die F&E-Quote signifikant zu steigern, die internationale Sichtbarkeit zu erhöhen sowie wertvolle Synergien zwischen bestehenden Gesundheits-, Bildungs-, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und einschlägigen Unternehmen zu erschließen. In der Steuerungsgruppe von MED UP finden sich zahlreiche hochkarätige Akteure aus den wissenschaftlichen Einrichtungen in Oberösterreich. Deren Expertise bildet die Basis für die strategischen Aktivitäten dieser Initiative. MED UP wurde im Rahmen des strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogramms "Innovatives Oberösterreich 2020" ins Leben gerufen.

Oberösterreich verfügt über einen MedTech-Sektor mit 72 Life-Science-Unternehmen, davon 19 aus dem Bereich Biotech/Pharma und 53 MedTech-Unternehmen mit rund 6750 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von geschätzten 1,9 Milliarden Euro.

Ein mit 2,3 Millionen Euro dotiertes Leitprojekt soll die Stärken der oberösterreichischen MedTech-Branche auch international ins Rampenlicht rücken. Die Ausschreibung für dieses Leitprojekt läuft noch bis zum 3. Dezember 2018. "Das Zusammenrücken der beiden oberösterreichischen Fachhochschulen in der medizinnahen technologieorientierten Lehre und Forschung bedeutet einen kräftigen Schub für dieses wichtige Zukunftsthema in unserem Bundesland", sagt Landesrätin Christine Haberlander.