"Menschen ein Lächeln auf die Lippen zaubern"

Christina Baumgartner möchte in Zukunft gerne die Ausbildung zur Pflege-Fachassistentin machen. Bild: Nik Fleischmann Sonderthemen-Redaktion

Altenpflege ist lebendig, Teamarbeit, zukunftssicher, voller Möglichkeiten und nach oben offen, sagt Christina Baumgartner

Christina Baumgartner ist 26 Jahre alt und lebt mit ihrem Freund und Hund Nero zusammen. Ihre Ausbildung zur Fach-Sozialbetreuerin würde sie immer wieder machen und im "Alten- und Pflegeheim Marienheim" in Gallspach hat sie ihren Lieblingsarbeitsplatz gefunden. Im Interview erzählt sie uns über ihre Ausbildung, ihren Arbeitsplatz und ihre Zukunftsziele.

Warum haben Sie sich für eine Ausbildung zur Fach-Sozialbetreuerin Altenarbeit entschieden? Christina Baumgartner: Ich bin ein sehr positiver Mensch, der gut gelaunt in den Tag startet, und ich gebe die Freude gerne an meine Mitmenschen weiter. Vielleicht war es bei mir auch ein Ereignis, das mich sehr getroffen und berührt hat. Mein Opa erkrankte und wurde mit zunehmendem Alter hilfsbedürftiger. Am Anfang organisierte sich meine Familie, um die Pflege gemeinsam zu Hause zu bewältigen, aber dies wurde mit den Jahren immer schwieriger und wir konnten ihm irgendwann nicht mehr die beste Pflege bieten. So beschlossen wir, ihn ins Pflegeheim zu geben, wo wir ihn sehr viel besuchten. Vielleicht hat mich dieser Einblick in die Pflege dem Beruf nähergebracht, in dem ich heute glücklich bin.

Was haben Sie an Ihrer Ausbildung zur Fach-Sozialbetreuerin Altenarbeit besonders gemocht? Am besten hat mir gefallen, dass ich bei meinem Praktikum so viele Eindrücke sammeln durfte. Ich war im Krankenhaus, in der Mobilen Betreuung und im Alten- und Pflegeheim.

Was hat Ihnen dabei weniger Spaß gemacht? Die Mobile Betreuung war nicht meine Richtung. Teilweise waren die privaten Eindrücke und Lebensumstände zu viel für mich. Ich fühle mich im Alten- und Pflegeheim am wohlsten.

Was reizt Sie an der Arbeit in der Pflege und wie sieht Ihre tägliche Arbeit aus? Es ist weniger ein Reiz als vielmehr der Wunsch, etwas Besonderes beizutragen. Hier im Marienheim arbeiten wir im Team und Gemeinschaft wird großgeschrieben. Im Vordergrund stehen das Zusammenleben und die Erhaltung des gewohnten Tagesablaufs. Ziel ist eine möglichst hohe Unterstützung und Förderung der noch vorhandenen Fähigkeiten der Bewohner. Zuwendung und Aufmerksamkeit, Kommunikation, Authentizität und Selbstlosigkeit im Sinne eines aufrichtigen Willens, sich um andere Menschen zu kümmern – all das wird im "Mäeutischen Pflegemodell" hier im Marienheim konsequent umgesetzt. Basis des Mäeutischen Pflegemodells ist der erlebensorientierte Kontakt zwischen Bewohnern und Pflegenden. So lernt man die Menschen und Vorlieben noch besser kennen und die Geschichten der Bewohner sind oft einzigartig. Besonders genieße ich unseren "Aktivierungsdienst". Das heißt, ich habe drei Stunden im Monat Zeit, um mich aktiv um Bewohner zu kümmern und eigenständig Aktivitäten mit ihnen zu unternehmen. Gerne bringe ich zu diesen Zeiten meinen Berner-Sennen-Labrador-Mischlingshund Nero mit. Der freut sich immer über extra Streicheleinheiten. Oder wir besuchen eine Ausstellung oder fahren auf einen Kaffee und Kuchen in den nächsten Ort. Jeden Tag passieren neue Dinge, die man nicht voraussehen kann, und ich sehe den Sinn in meiner Arbeit. Ich helfe Menschen, ihren Alltag zu meistern und ihnen ein Stück Lebensfreude wiederzugeben. Es macht mich glücklich, wenn ich den Bewohnern ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann.

Was macht eine gute Altenpflege aus? Für die Altenarbeit sollten eine freundliche Art, Verständnis für alte Menschen und psychische Belastbarkeit Voraussetzung sein, damit auch schwierige und manchmal traurige Situationen einen nicht aus der Bahn werfen.

Gibt es auch etwas, das erstmal schwierig ist? Ja, dann wenn ein Bewohner verstirbt. Man kümmert sich ja sehr intensiv um die Bewohner, kennt ihre Geschichte und trauert dann um einen lieb gewonnenen Menschen.

Würden Sie die Ausbildung nochmals machen? Ja, auf jeden Fall.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Ich möchte gerne die Ausbildung zur Pflegefachassistentin machen und wünsche mir für die Zukunft des Berufes noch mehr Anerkennung und Toleranz von den Menschen.