Ausbildungskurs "Junge Pflege" startet

Der Personalmangel in der Pflege erfordert Maßnahme von der Politik. Bild: colourbox Sonderthemen-Redaktion

Der österreichweite Personalmangel in Sozial- und Gesundheitsberufen wird zur Herausforderung

Aus rechtlichen und organisatorischen Gründen war es bisher nur möglich, erst mit 17 Jahren die Ausbildung zum Fachsozialbetreuer Altenarbeit (FSBA) zu beginnen. Die meisten Jugendlichen orientieren sich beruflich aber bereits nach dem Abschluss der Pflichtschule. Dadurch gingen viele sozial engagierte Jugendliche andere Wege.

Mit dem Lehrgang "Junge Pflege", der im November 2018 startet, ist es nun erstmals möglich, direkt nach der Pflichtschule eine spezielle Ausbildung mit FSBA-Abschluss zu beginnen. Die Ausbildung wurde unter einem besonderen didaktischen Blickwinkel entwickelt, um den speziellen Anforderungen der jungen Teilnehmern bestmöglich zu entsprechen. Da die Teilnehmer die Ausbildung wie bisher bei einem Eintritt mit 17 Jahren mit 19 abschließen, sind sie unmittelbar danach befähigt, als FSBA in Heimen und den Mobilen Diensten tätig zu werden.

Gleiches Abschlussalter

Durch die Beibehaltung des Abschlussalters ist außerdem sichergestellt, dass die Absolvent wie bisher persönlich ausreichend gefestigt sind und wie bisher nicht vor dem 17. Lebensjahr am Pflegebett stehen. Dadurch unterscheidet sich die Ausbildung von der oft geforderten Pflegelehre. Der Lehrgang startet am 5. November in der Altenbetreuungsschule des Landes OÖ, 4040 Linz, Petrinumstaße 12/2.

Interessierte zum Pilotlehrgang "Junge Pflege" können sich ab sofort unter der Telefonnummer +43 (0)732 / 7720 34700 direkt an die Direktorin der Altenbetreuungsschule wenden.

Der österreichweite Personalmangel in den Sozial- und Gesundheitsberufen führt auch in Oberösterreich zu einer wachsenden Herausforderung in den Alten- und Pflegeheimen sowie bei den Mobilen Diensten. Die demografische Entwicklung wirkt dabei doppelt herausfordernd: Während die Anzahl der Pflegebedürftigen wächst, werden die potenziell erwerbstätigen Jahrgänge strukturell schwächer. Alleine in Oberösterreich werden bis zum Jahr 2025 rund 1600 zusätzliche Pflegekräfte (Vollzeitäquivalente) benötigt.

Breites Maßnahmenpaket

"Wir müssen alles daran setzen, um in den nächsten Jahren ausreichend qualifiziertes Pflegepersonal in unseren Betreuungseinrichtungen zu haben. Deshalb habe ich bereits im Mai 2018 ein erstes Maßnahmenpaket präsentiert", sagt die für die Altenbetreuung und -pflege zuständige Landesrätin Birgit Gerstorfer (SP).

Neben einer Pflegekräfteagentur, dem Ausbildungslehrgang "Junge Pflege" und der Existenzsicherung während einer Ausbildung soll eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem AMS den drohenden Pflegepersonalmangel abwenden.