Pflegeberufe in Schlüsselrolle: Ausbildung an Fachhochschule

Pflegerische Versorgungsleistung ist immer gefragt. Bild: gespag Sonderthemen-Redaktion

Im Vollausbau der neuen Ausbildung sind in Oberösterreich 1020 Studierende das Ziel

Pflegeberufe attraktiver zu machen. Das haben sich sowohl der Bund als auch das Land Oberösterreich zum Ziel gesetzt und wird auch bereits umgesetzt. Mit der Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes 2016 ergaben sich wesentliche Neuerungen bei den Pflegeberufen.

Die Ausbildung Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger findet ab sofort an Fachhochschulen statt und schließt mit dem Titel Bachelor of Science in Health Studies (BSc) ab. Neu eingeführt wurde der Beruf der Pflegefachassistenz.

Das Berufsbild beinhaltet die eigenverantwortliche Durchführung der vom diplomierten Personal angeordneten Pflegemaßnahmen sowie der von ÄrztInnen übertragenen Tätigkeiten im Bereich der Diagnostik und Therapie, wozu beispielsweise die Beobachtung des Gesundheitszustandes, das Mitwirken beim Pflegeassessment, die Durchführung einfacher Wundversorgung oder das Handeln in Notfällen zählen.

Pflegefachassistenten und -assistentinnen arbeiten in Spitälern, Alten- und Pflegeheimen, Rehabilitationszentren, Kuranstalten, bei niedergelassenen Ärzten, ambulanten Pflegediensten und vielen mehr fachübergreifend, eigenverantwortlich und mitverantwortlich mit anderen Berufsgruppen zusammen.

Zweijährige Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung wurde auf zwei Jahre angesetzt und richtet sich an alle Interessenten, die Freude am Umgang mit Menschen jeden Alters, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit, ausgeprägte Lern- und Leistungsfähigkeit und Interesse an pflegerischen und medizinischen Themen mitbringen. Für Pflegeassistenten bzw. Fach-Sozialbetreuer Altenarbeit und Behindertenarbeit wird eine Weiterbildung zur Pflegefachassistenz angeboten.

Bachelor-Ausbildung

Das Studium Gesundheits- und Krankenpflege startete am 17. September 2018, ist auf den drei Säulen Lehre, Praxis und Forschung aufgebaut und beinhaltet neben unterschiedlichen Lehrveranstaltungen auch viele Praktika.

Im fünften Semester ist auch ein Auslandpraktikum geplant. Die bewährte Verknüpfung von Theorie, Wissenschaft und Praxis bereitet Studierende optimal auf ihre wichtige Rolle in der größten Berufsgruppe im Gesundheitswesen vor.

Der Bedarf an pflegerischer Versorgungsleistung hat sich durch den demografischen Wandel in den vergangenen Jahren in Oberösterreich wesentlich gewandelt. Dem Pflegeberuf kommt angesichts der zunehmend komplexeren Gesundheits- und Pflegethemen eine immer tragendere Schlüsselrolle zu.

Für die Pflege heißt das, einerseits die Ausweitung der Verantwortung in den bereits bestehenden pflegerischen Handlungsfeldern und andererseits die Erweiterung der pflegerischen Handlungsfelder im Bereich der Diagnostik, Therapie und Prävention.

Hohes Qualitätsniveau

Ziel der FH Gesundheitsberufe ist die Gesundheits- und Krankenpflege auf hohem Qualitätsniveau, basierend auf den rechtlichen Grundlagen, anzubieten. Der Praxisanteil nimmt 51 Prozent ein und sichert dadurch bestens ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Gesundheits- und Krankenpfleger. Dies wird durch die Verankerung des Lernbereichs, Training und Transfer im Berufspraktikum zusätzlich unterstützt.

Das Regionalkonzept des neuen Studiengangs sieht fünf Regionen vor: Innviertel, Salzkammergut, Pyhrn-Eisenwurzen, Zentralraum Linz/Freistadt und Zentralraum Wels/Rohrbach.

Enge Verknüpfung

Alle Fachhochschulstandorte sind eng an die Lehrkrankenhäuser der Träger angebunden, wodurch die Vernetzung Lehre, Praxis und Forschung auf hohem Niveau unterstützt wird.

Im Vollausbau ist in Oberösterreich mit 1020 Studierenden zu rechnen. Nach sechs Semestern schließen die Studierenden mit dem Bachelor of Science und der Berufsberechtigung ab.