"Mit einem guten Team bewältigt man selbst die schwierigsten Situationen!"

"Mit einem guten Team bewältigt man selbst die schwierigsten Situationen!"

Michael Petz bei der Arbeit im Krankenhaus Bild: ooeg Sonderthemen-Redaktion

Michael Petz, diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, erzählt von seinem Arbeitsalltag in der medizinischen Notaufnahme.

Eine "soziale Ader" kann man Michael Petz aus St. Valentin gewiss nachsagen. Seit seinem 18. Lebensjahr ist er ehrenamtlich beim Rettungsdienst des Roten Kreuzes OÖ tätig. Von 2003 bis 2006 absolvierte er die Krankenpflegeschule in Steyr. Heute arbeitet der 39-Jährige in der medizinischen Notaufnahme im Pyhrn-Eisenwurzen-Klinikum am Standort Steyr. Wir haben mit dem gebürtigen Ennser über seine Ausbildung und seinen Arbeitsalltag im Krankenhaus gesprochen.

Wieso haben Sie sich für diesen beruflichen Weg entschieden?

Michael Petz: Schon beim Rettungsdienst kam ich mit Patienten und dem "Ort" Krankenhaus in Berührung. Nach der Matura musste ich ein halbes Jahr auf meinen Zivildienst beim Roten Kreuz in Enns warten. In dieser Zeit hab ich im Krankenhaus der Elisabethinen in Linz als "Hol- und Bringdienst" gearbeitet. Ich war dafür zuständig, die Patienten von der Station zu ihren Untersuchungen und anschließend wieder zurück auf die Station zu bringen.

Dadurch hab ich einen intensiven Eindruck von den Arbeitsabläufen in einem Krankenhaus bekommen. Mich hat der Gesundheitsbereich ohnehin schon immer fasziniert: Wie funktioniert der menschliche Organismus? Was passiert nach einem Unfall oder einem Herzinfarkt?

Was haben Sie in der dreijährigen Ausbildung an der Krankenpflegeschule alles gelernt?

Unterrichtsgegenstände waren zum Beispiel die Allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege, aber auch spezifische Fächer wie Innere Medizin, Unfallchirurgie oder Neurologie. Die Bereiche Berufsethik, Hygiene oder Ernährung gehörten ebenfalls dazu. Die Ausbildung schloss mit einer theoretischen sowie praktischen Diplomprüfung ab, zudem schrieb man eine Fachbereichsarbeit. Mittlerweile ist die Gesundheits- und Krankenpflege ein Studiengang an einer Fachhochschule geworden, die Matura ist Voraussetzung. Es ist ein Bachelor-Vollzeit- Studium in sechs Semestern und man schließt mit dem Titel "Bachelor of Science in Health Studies (BSc)" ab.

Wie sieht die Arbeit in der Gesundheits- und Krankenpflege aus?

Der Tätigkeitsbereich in der Pflege ist vielseitig. Diplomiertes Pflegepersonal findet man nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in Alten- und Pflegeheimen, Reha-Einrichtungen, der Hauskrankenpflege und seit Neuestem bei der Gesundheitshotline "1450". Auch im Krankenhaus gibt es unterschiedliche Tätigkeitsbereiche. Ich arbeite in der medizinischen Notaufnahme. Wir sind die erste Anlaufstelle für Patienten, die aufgrund eines Notfalls oder einer ärztlichen Einweisung ins Krankenhaus kommen. Mit dem sogenannten "Manchester-Triage-System" erfolgt eine Ersteinschätzung. Die Vitalwerte des Patienten werden erhoben und daraus ergibt sich eine mögliche Wartezeit. Das Ärzteteam der Notaufnahme führt die Erstanamnese durch, die Aufgabe der Pflege ist es, weitere diagnostische Maßnahmen nach Arztanordnung auszuführen, zum Beispiel ein EKG zu schreiben, einen Venenzugang zu setzen und Blut abzunehmen. Erste Therapiemaßnahmen werden von den Ärzten angeordnet und von der Pflege ausgeführt. Auch weitere angeordnete Untersuchungen – wie etwa eine Computertomografie oder ein Röntgen – werden von uns organisiert.

Was mögen Sie an Ihrer Tätigkeit ganz besonders?

Ich mag meinen Job generell sehr gerne, weil er so abwechslungsreich ist. Ich kann meine Dienstzeiten selbst planen und arbeite mit tollen Kolleginnen und Kollegen. Wenn Du in einem Team arbeitest, auf das du dich verlassen kannst und eine Stationsleitung hast, die hinter dir steht, ist vieles möglich. Dann schafft man auch die schwierigsten Situationen. Wie in jedem Beruf erlebt man nicht nur heitere Momente und es gibt auch Situationen, die zu Spannungen führen können. Aber auch dann findet sich eine Lösung. Wenn ein Notfall eintritt und dem Patienten mit vereinten Kräften geholfen werden kann, ist das schon ein sehr schönes Gefühl.