Wofür brennen Sie wirklich?

Wofür brennen Sie wirklich?

Auch wenn die Atmosphäre locker ist: Jobinterviews sind für Bewerber keine Alltagssituation und erfordern eine gute Vorbereitung. Bild: mentatdgt / Pexels Sonderthemen-Redaktion

Bewerber sollten sich auf neue Fragen gefasst machen und auch auf einen neuen Umgangston.

Der Tag der Wahrheit ist gekommen: Das Vorstellungsgespräch findet statt! Doch trotz guter Vorbereitung schlummert sie tief in einem drinnen, diese Angst, auf eine Frage keine Antwort parat zu haben. Aber keine Sorge: Personaler gestalten Bewerbungsgespräche immer weniger wie ein "Verhör". Es geht vielmehr um einen echten Dialog und eine angeregte Interaktion. Die Spontaneität der Bewerber und ihre Fähigkeit zur Selbsteinschätzung sollen unter Beweis gestellt werden.

Neu verpackte Fragen

Die übliche "Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen"-Fragerei hat mittlerweile in den meisten Fällen ausgedient. Denn die Antworten darauf stehen in jedem Ratgeber. Man erfährt auf diese Weise meist nicht, was den Bewerber tatsächlich ausmacht, sondern allenfalls, ob er sich gut vorbereitet hat. Oft werden vom Bewerber immer wieder die gleichen, vorgefertigten Antworten abgespult.

In die Tiefe gehen

Mittlerweile haben sich die Fragetechniken verfeinert. Es wird oft nicht mehr nur ganz klassisch und direkt nach der Selbsteinschätzung gefragt – also beispielsweise "Wo sehen Sie Ihre Stärken?" -, sondern auch mithilfe spezieller Frageformen wie: "Auf einer Skala von 1 bis 10, wo schätzen Sie Ihre Organisationsstärke ein?" oder: "Wie reagieren Sie, wenn Sie bemerken, dass Sie eine falsche Entscheidung getroffen haben?".
 

Wofür brennen Sie wirklich?


Die Frage nach den Facetten der Persönlichkeit eines Bewerbers kann auch ein wenig versteckt daherkommen. Anstatt den Bewerber aufzufordern, sich selbst zu beschreiben, wollen Personaler auch mal wissen, wie ein Chef oder die Kollegen den Kandidaten beschreiben würden. Die Antwort zeigt, ob der Bewerber sich selbst reflektieren kann. Manche Personalverantwortlichen setzen mittlerweile auch gerne auf vertiefende Fragen. Es wird nachgehakt, um aufschlussreichere Informationen zu entlocken: "Welche Tätigkeiten oder Aufgaben gehen Ihnen leicht von der Hand und warum?"

Fragen wie "Was würden Sie tun, wenn Sie nicht arbeiten müssten?" oder "Wofür brennen Sie?" sollen Antrieb, Motivation und Lebenseinstellung des Bewerbers "hervorkitzeln".

Selber Fragen stellen

Bei allen Veränderungen: Diese klassische Frage kommt ganz am Ende des Gesprächs fast immer vor: "Haben Sie noch Fragen, möchten Sie noch etwas von uns wissen?" Die einzig richtige Antwort darauf lautet: "Ja, auf jeden Fall!" Hier ist es sogar in Ordnung, kleine Merkzettel auszupacken, denn auf diesen Punkt sollte man wirklich vorbereitet sein. Es ist eine einmalige Chance, mehr über das Unternehmen und den vielleicht zukünftigen Arbeitsplatz zu erfahren. Zuerst sollte man jene Fragen stellen, bei denen es um inhaltliche Aspekte der neuen Stelle geht. Formale Fragen zur Arbeitszeit oder zum Gehalt sollten erst danach erörtert werden.