Bild: voestlapine // 200 Lehrberufe gibt es in Österreich.

Wenig Lehrlinge: Eltern sind die Hürde

Damit Lehre wieder interessant wird, braucht es Image-Bildung bei den Erwachsenen.

Trendwende auf dem Arbeitsmarkt: In der Region suchen derzeit 87 Burschen und Mädchen einen Ausbildungsplatz, 124 Lehrstellen sind laut AMS aber unbesetzt. Wer in den Nachwuchs nicht investiert, hat bald zu wenig Facharbeiter.

„Im heftigen Werben um Lehrlinge wird es für Klein- und Mittelbetriebe aber immer schwieriger, sich gegen große Unternehmen durchzusetzen, die mit viel Aufwand um Junge buhlen“, sagt Franz Ziegelbäck, Obmann der Wirtschaftskammer Wels-Land.

Daher organisieren Kammer, Regionalmanagement und Schulbehörde eine „Lehrlingsmesse“, bei der sich 46 Unternehmen aus der Region vorstellen: 10. November, 8.30 bis 15 Uhr, VZ Gunskirchen. Knapp 2000 Jugendliche aus dritten und vierten Klassen von Neuen Mittelschulen aus Wels und Wels-Land sind Zielgruppe. Die Kammer zahlt den Bustransfer. Die Lehrer bereiten die Schüler im Unterricht „Berufsorientierung“ vor, eine Broschüre informiert, welche Ausbildung in den 46 Betrieben angeboten wird; 200 Lehrberufe gibt es in Österreich.

Für die Aussteller wiederum organisierte das Regionalmanagement eigene Workshops: „Wie gewinne ich Lehrlinge?“, „Echt jugendgerecht“ und „Wie präsentiere ich Jugendlichen meinen Betrieb?“ lauteten die Themen.

„Wir müssen Lehre wieder gesellschaftsfähiger machen, das würde viel Nachhilfe ersparen“, sagt Pflichtschulinspektor Franz Heilinger. Weil oft Kinder auf Elternwunsch maturieren müssen, anstatt ein Handwerk zu lernen. „Eltern treffen die Entscheidung, wenn sie die Kinder nach der vierten Klasse Volksschule ins Gymnasium schicken.“

Das größte Problem für Sabine Morocutti vom Regionalmanagement: Wie kommen wir an Eltern ran?“ Bewusstseinsbildung in Richtung Lehrberufe sei dringend notwendig, sagt auch sie.

„Handwerk hat goldenen Boden, Facharbeiter sind besser dotiert, als Maturanten ohne Uni-Abschluss“, sagt Spiesberger. Er weiß auch von Angeboten für Lehrlinge: „Ein Dachdecker-Betrieb stellt jedem Lehrling ein E-Auto zur Verfügung.“ Andere würden Mopeds oder Führerschein bezahlen.