Bild: cityfoto.at,Kunasz // Schminken, gewusst wie: Die Schönheitsbranche lockte vor allem die jungen Damen an

Auf der Suche nach dem Traumberuf

Von Alfons Krieglsteiner

46 Lehrbetriebe präsentierten gestern auf der 4. Linzer Lehrlingsmesse eine breite Palette an Berufsmöglichkeiten.

Die Weichen für die Zukunft stellen: Darum ging es für 1100 Schüler gestern bei der 4. Linzer Lehrlingsmesse im Palais Kaufmännischer Verein. 46 Lehrbetriebe stellten 76 Berufe vor. Da konnten die Jugendlichen in den Berufsalltag hineinschnuppern und sich auch gleich um eine Ausbildungsstelle bewerben. Zum Beispiel am Stand der Installationsfirma Wohlschlager & Redl, wo sie von Lehrling Matthias Hackl was lernen konnten. Löten, Schrauben, Pressen, Schneiden: "Ich zeig’s vor, und sie probieren es dann selber aus."

"Der beste Grundstock für das Berufsleben ist die fundierte Lehre", sagte Wirtschaftsreferent Vizebürgermeister Bernhard Baier (VP). Denn die Nachfrage in den Betrieben sei groß. 139 offene Lehrstellen gibt es allein in Linz, aber nur 114 Interessenten.

Andrang beim Hairstyling

Laut AMS-Linz-Leiterin Elisabeth Wolfsegger haben 55 Prozent der Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung. "Landesweit fehlen 6000 Fachkräfte mit Lehrabschluss, 2020 werden es schon 10.000 sein", sagte Tanja Spennlingwimmer von der Wirtschaftsagentur "Business Upper Austria".

Friseurin und Kfz-Mechaniker: Nach wie vor liegen diese beiden Sparten bei den Berufszielen vorn, sagte Klaus Schobesberger, Obmann der WirtschaftskammerLinz-Stadt. Großes Interesse zeigten die Schüler gestern auch für die Sparten Gastronomie, Handel und Elektronik.

Bei der Suche nach einem Lehrbetrieb soll ein neues Tool der WKO-Bezirksstellen Eferding und Grieskirchen helfen: ein digitales Info-Board, das auch an den Linzer Schulen angeboten wird und das man sich aufs Smartphone herunterladen kann. Den direkten Weg zum Traumberuf bot aber die Veranstaltung im Palais Kaufmännischer Verein. Groß war der Andrang auf die Hairstyling-Station des Instituts Bachmayr-Spernbauer. Dort bot Modell Lara ihre Haarpracht zum Anfassen. Adelina (15) vom Poly Spallerhof war fasziniert. Kein Wunder, will sie doch selber Friseurin werden. Bisher erhielt sie Anschauungsunterricht auf Youtube, "aber hier kann ich’s selber probieren und Fragen stellen."

Eigene Lehrwerkstatt

Darf’s eine Brille mit Lupeneffekt sein, noch dazu mit integriertem USB-Stick, auf dem alle sieben Lehrberufe des Unternehmens abrufbar sind? Damit konnte Michael Petschnik, Leiter der Lehrlingsausbildung von Silhouette in Linz, dienen. Was man sonst noch zu bieten hat? "Eine eigene Lehrwerkstatt, und schon im zweiten Lehrjahr kann man bei uns selbstständig arbeiten", so Petschnik. Auf die Schulnoten werde nicht geschaut, bessere und schwächere Schüler bilden gemeinsame Teams.

Beim Stand der Hotspots-Wirte des Großraums Linz war "Jack the Ripperl"-Gastronom Wolfgang Gittmaier Ansprechpartner. Ein Lehrling bereitete Omeletten zu, Interessierte probierten es selber aus. Sie konnten sich gestern gleich bewerben und wurden an die Gastronomiebetriebe weitervermittelt. Fulya Ulukan (13) von der Otto-Glöckel-Schule fand’s cool. Eigentlich möchte sie Schauspielerin werden, aber auch eine Kochlehre käme in Frage. "Hier bekommt man jedenfalls gute Infos", sagte sie: "Da kann man für sich das Passende finden."