Bild: V.Weihbold // Fast 4700 Jugendliche haben Ende Juni ihren Lehrvertrag bei einem oberösterreichischen Betrieb für das kommende Ausbildungsjahr in der Tasche.

Lehrlingsmangel: Verkäuferinnen und Maurer dringend gesucht

Von OÖN

Wirtschaftsministerin will junge Erwachsene zur Lehre animieren und diese besser bezahlen.

Fast 4700 Jugendliche haben Ende Juni ihren Lehrvertrag bei einem oberösterreichischen Betrieb für das kommende Ausbildungsjahr in der Tasche. Das sind im Vergleich zum Vorjahr um 400 Lehrverträge mehr, berichtet die Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer (WK).

Gleichzeitig steigt aber die Zahl der unbesetzten Lehrstellen: 3680 Lehrstellen sind beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet, fast 700 davon im Einzelhandel, mehr als 400 im Baugewerbe. Dem gegenüber stehen aber nur 1546 Jugendliche, die mit einer Lehre beginnen wollen.

"Die Wirtschaft kann zwar den Anteil der Jugendlichen halten, die eine Lehre beginnen. Aber die Zahl der 15-Jährigen liegt heute bei 14.000 und nicht mehr wie einst bei 24.000", sagt Fritz Dallamaßl. Leiter der Lehrlingsstelle der WK, zum demografischen Wandel, der die Suche nach Lehrlingen immer schwieriger macht.

Mit dem Problem sind Oberösterreich und seine gut gehenden Betriebe in guter Gesellschaft. In Westösterreich ist das Missverhältnis noch größer, in Vorarlberg sind etwa viermal so viele Lehrstellen unbesetzt wie Jugendliche auf Suche.

Beim Lehrlingsgipfel im Wirtschaftsministerium ging es um die Weiterentwicklung dieser dualen Ausbildung, die ein Spezifikum des deutschsprachigen Raums ist. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck forderte dabei mehr Tempo: "Berufe ändern sich, und neue Technologien krempeln ganze Branchen um. Die Ausbildung unserer Fachkräfte muss auf dem Stand der Technik und praxisnah erfolgen. Hier müssen wir schneller werden. Es kann nicht sein, dass wir von der Idee bis zu den ersten Absolventen neuer Lehrberufe bis zu zehn Jahre brauchen", so Schramböck.