"Lehre statt Leere": Coaching hilft Lehrlingen zum Abschluss

Nicht jede Lehre verläuft ganz nach Plan und reibungslos, wird von persönlichen, beruflichen oder schulischen Problemen überschattet. Wenn das der Fall ist, gibt es Hilfe.

"Lehre statt Leere" ist eine Initiative von Wirtschafts- und Sozialministerium, die Lehrlinge und Lehrbetriebe in solchen Fällen unterstützt, berät und stärkt. Und das kostenlos und anonym. Ziel ist es, die Abbruchquoten in der Lehre zu senken und die Jugendlichen auf ihrem Weg zu einem positiven Lehrabschluss zu begleiten.

Bereits 1150 Lehrbetriebe und Lehrlinge wurden seit November 2015 in Oberösterreich beraten. Die geschulten Coaches sind Sozialpädagogen und verfügen über jahrelange Berufserfahrung. Das Ergebnis überzeugt: Nach Abschluss des Coachings hat sich die Situation für alle Beteiligten deutlich verbessert.

Unterstützung von außen

"Gewisse Probleme, die im Lehrverhältnis auftauchen, kann man selbst lösen, manchmal braucht es aber Unterstützung von außen", sagt Projektleiterin Regina Nader. "Wir begleiten die Betroffenen bei allen Herausforderungen rund um die Lehrausbildung, sei es im Privatleben, im Ausbildungsalltag oder in der Berufsschule. Weil wir glauben, dass es für alles eine Lösung gibt. Wir arbeiten gemeinsam an individuellen Lösungsansätzen und geben Hilfe zur Selbsthilfe." Lehrlingscoach Helmut Wögerbauer fügt hinzu: "Gerade bei Lehrlingen mit besonderen Bedürfnissen, Lernschwierigkeiten und Sprachdefiziten braucht es passende Rahmenbedingungen und das nötige Feingefühl im Umgang mit den Jugendlichen, um sie zum positiven Lehrabschluss zu begleiten."

Ziel: Immer in der Nähe sein

Seit 2015 hilft "Lehre statt Leere" damit Lehrlingen und Lehrbetrieben bei allen Herausforderungen rund um die Lehrausbildung. Inzwischen wurden über 3000 Lehrlings- und rund 350 Lehrbetriebscoachings kostenlos und österreichweit durchgeführt.

Das Lehrlingscoaching bietet Coachings und Gespräche, um Kompetenzen zur Problemlösung aufzubauen. Häufige Themen sind: Schulischer Bildungsbedarf sowie Konflikte im beruflichen und privaten Umfeld. Ein Grundsatz des Programmes ist, immer in der Nähe der Personen zu sein, die es bei Bedarf gerne nützen möchten: Das bedeutet, rasche Verfügbarkeit an Orten, die von Jugendlichen frequentiert werden (Berufsschulen, Lehrlingswohnhäuser und Jugendeinrichtungen) und wo es am stärksten in Anspruch genommen wird.

Individuelle Beratung und Begleitung

Wesentlich ist auch die Bekanntheit bei Beratungsstellen, die Lehrlinge oder ihre Angehörigen aufsuchen. Das Lehrbetriebscoaching bietet individuelle Beratung und Begleitung bei anstehenden Herausforderungen in der laufenden Ausbildung, Entwicklung und Förderung sowie der Auswahl und Eingliederung von Lehrlingen. Häufige Themen sind: Verbesserung der Ausbildungsqualität, Führung und Förderung von Lehrlingen sowie Konflikte am Arbeitsplatz mit Lehrlingen.

Die bundesweite Koordinationsstelle für Lehrlings- und Lehrbetriebscoaching (KOS) ist das Kompetenzzentrum in der Durchführung der Beratungs- und Unterstützungsleistungen. In dieser Tätigkeit arbeitet es eng mit regionalen Handlungspartnern der Lehrausbildung in Österreich zusammen, die operative Umsetzung erfolgt durch eine Trägereinrichtung in dem jeweiligen Bundesland.