Bild: AMS // Marlene Stöckl weiß, was sie will

Tolles Konzept der "Überbetrieblichen Lehre"

Von Edmund Brandner

Handicaps sind zum Überwinden da: Marlene wird Lebensmitteltechnikerin beim Gmundner Unternehmen Hipp.

Marlene S. ist eine selbstbewusste junge Frau. Die 17-jährige Timelkamerin absolvierte nach der Pflichtschule eine Schnupperlehre beim Gmundner Lebensmittelhersteller Hipp – und war so begeistert, dass sie dort eine Lehre als Lebensmitteltechnikerin absolvieren wollte. (Worüber man sich auch bei Hipp freute.) Einziges Problem: Marlenes Finger sind seit einer überwundenen Krankheit motorisch ein wenig eingeschränkt.

"Überbetriebliche Lehre"

Doch das Vöcklabrucker Arbeitsmarktservice fand eine Lösung in Form einer "Überbetrieblichen Lehre". Dabei werden junge Leute bedarfsorientiert begleitet – in diesem Fall von der Bildungs GmbH ibis acam in Vöcklabruck. Merlene arbeitet nun vier Tage in der Woche in der Produktion bei Hipp. Einen Tag verbringt sie bei Ibis, wo sie sich unter anderem auf die Berufsschule vorbereitet.

Die 17-Jährige ist begeistert bei der Sache. "Ich darf überall mitarbeiten, das gefällt mir", sagt sie. "Es gibt natürlich auch Routinearbeiten. Aber man versteht, dass das einen Sinn hat."

Tolles Konzept - volle Zufriedenheit

Die Verantwortlichen bei Hipp sind nicht nur mit dem Konzept der "Überbetriebelichen Lehre" zufrieden. Sie sind vor allem von der 17-jährigen Timelkamerin angetan. Ihre Kollegen beschreiben sie als freundlich und sympathisch. Sie habe ein sehr hohes Verantwortungsbewusstsein, sagt Lehrlingssprecher Arber Gashi. "Marlene ist in jedem Fall eine Bereicherung für unser Produktionsteam", sagt Produktionsleiter Stefan Thallinger. "Bei der Aufgabenübertragung kann auf einzelne feinmotorische Einschränkungen Rücksicht genommen werden, aber das ist keine Sonderbehandlung. Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen, und es ist die Aufgabe von Führungskräften, alle Mitarbeiter gemäß ihren Talenten bestmöglich einzusetzen."