Bild: Schwarzl // Für Manuela, Petra, Christoph und Lisa (v.l.) ist das gesellige Zusammensein wichtig.

So geht das Studentenleben

Von Julia Popovsky

Wo lebt es sich besser?: Heim, WG oder Hotel Mama? Wir fragten bei Studenten aus ganz Oberösterreich nach und erfuhren: Jede Wohnform hat ihre Vorzüge, aber auch so manchen Nachteil.

Die erste Station unserer Reise durch Oberösterreichs Studentenleben: eine Wohngemeinschaft in Wels. Deren Altbauwohnung im Zentrum der Stadt scheint sich das Prädikat „absolut WG-tauglich“ redlich verdient zu haben. Immerhin hat sie schon mehrere Wohngemeinschaften beherbergt.

Seit September vergangenen Jahres wohnen auf den rund 119 Quadratmetern die drei Oberösterreicher Manuela Reingruber (22), Petra Engleder (23), Christoph Diendorfer (26) und die Niederösterreicherin Lisa Sellhofer (22).
Engleder und Reingruber studieren Lebensmitteltechnologie und Ernährung, Sellhofer Innovations und Produktmanagement am Welser Campus der Fachhochschule. Diendorfer hat das Studium der Automatisierungstechnik bereits beendet. Er ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH tätig und schreibt an seiner Dissertation.
Die vier haben ihre WG-Tür für uns geöffnet und verraten, was den Reiz des WG-Lebens ausmacht.
„Eine WG ist nicht nur günstiger als ein Studentenheim, wenn man zusammenwohnt, ist alles irgendwie
einfacher. Will man etwas unternehmen oder hat man eine Frage, geht man schnell zu den anderen hinüber“, erzählt Engleder, die sich mit ihrem Freund Diendorfer ein Zimmer teilt. „Zusammen fällt es auch leichter, sich fürs Sporteln zu motivieren“, ergänzt Reingruber.

Dass sich die vier gut verstehen, merkt man ihnen an, der Spaß kommt in der WG nicht zu kurz: „Es ist immer wer zum Blödeln da.“ Wohngemeinschaften sind inWels eher eine Seltenheit. „Viele unserer Studienkollegen wohnen noch daheim“, sagt Sellhofer. Ausschlaggebend für die Entscheidung, zu pendeln, ist meist die Nähe der FH zum Welser Hauptbahnhof, rund fünf Minuten braucht man dorthin.
Genauso lang brauchen die vier von der WG zum Campus. „Die FH-Nähe war ein wichtiges Kriterium bei der
Wohnungssuche“, sind sich Engleder und Sellhofer einig.

Freiheit ohne „Aufpasser“

Und Reingruber findet noch weitere Vorteile: „Weil es so nah ist, können wir länger schlafen. Und zu
Fuß gehen.“ Diendorfer ergänzt: „Das WG-Leben bietet auch mehr Freiheiten. Es gibt keine Aufpasser,
die dir sagen, wann du zuhause sein musst.“ Ein Pluspunkt an der WG , neben der Küche und dem Balkon, sei auch der Gemeinschaftsraum: „Es war uns wichtig, ein Zimmer zu haben, wo wir uns gemütlich zusammensetzen und mal gemeinsam fernsehen können.“ Dafür ist die große Couch im Wohnzimmer perfekt
geeignet, auch wenn die Filmauswahl manchmal von Diskussionen begleitet wird.

Im Gespräch erfahren wir zudem das Erfolgsrezept für ein harmonisches WG-Leben: „Ohne Putzplan geht’s nicht“, sagt Diendorfer. Ansonsten gibt es keine Regeln: „Wenn es Probleme gibt, reden wir drüber.“ Generell sei es wichtig, Rücksicht auf die anderen zu nehmen. „Man erkennt das dann schon, wenn mal jemand Ruhe braucht“, sagt Diendorfer.
Ob ihm manchmal männliche Unterstützung in der Wohngemeinschaft fehlt? „Überhaupt nicht, der Name unserer WhatsApp- Gruppe beschreibt die Situation perfekt.“ Und die heißt „drei Engel für Christoph“.