Bild: Spitzbart // Lehm ist weltweit verfügbar und hat hervorragende raumklimatische Eigenschaften.

Alte Baumaterialien wiederentdeckt: Studenten üben mit Lehm und Bambus

Von Brandner Edmund

Internationale Sommerakademie der Kunstuniversität am Ufer des Traunsees.

Lehm und Bambus haben nicht nur eine lange Tradition in der menschlichen Siedlungsgeschichte. Sie bieten auch große Vorteile für die zeitgemäße Architektur. In Zeiten immer höherer und größerer Glas-, Stahl- und Betonbauten sind die alten Baumaterialien für viele Planer eine reizvolle Alternative.

Die Architekturabteilung der Kunstuniversität Linz ist ein Trendsetter in diesem Bereich und hat weltweit bereits zahlreiche Bauprojekte umgesetzt. Jetzt vermitteln die Professoren ihre Erfahrungen Studenten am Traunsee. Im Agrarbildungszentrum Salzkammergut (ABZ) in Altmünster findet bis 29. Juli die dritte Sommerakademie dieser Art statt.

Baustoffe mit Potential

Studierende und Architekten aus allen fünf Kontinenten erlernen dabei den praktischen Umgang mit den einfachen Materialien Bambus und Lehm. So entstanden auf dem Gelände der Landwirtschaftsschule bei vorangegangenen Sommerakademien der Lehmverputz für einen Pavillon, ein Pizzaofen aus gestampftem Lehm, mehrere Projekte mit Lehmstrohziegeln und ein Bambus-Pavillon.

Weltweit stehen Verantwortliche vor der Herausforderung, kostengünstige Wohnungen zu schaffen, die hohe Qualität bieten und Nachhaltigkeit fördern. Lehm ist dabei nach Ansicht vieler Experten ein Baustoff mit viel Potenzial. Er ist fast auf der ganzen Welt verfügbar, ist in vielen verschiedenen Techniken einsetzbar und kann nicht zuletzt durch seine guten raumklimatischen Eigenschaften punkten. Ein weiteres interessantes Material ist Bambus. Diese schnell wachsende Pflanze ist weit verbreitet und bietet in ihren Herkunftsländern eine starke Alternative zu Holz und Stahl. Bambus ist elastisch und reicht – richtig eingesetzt – fast an die Stabilität von Stahl.

Unterstützt wird die Sommerakademie von der Gmundner Baufirma Stern & Hafferl. "Wir setzen seit Jahren auf nachhaltige Bau-weisen", sagt Jürgen Almhofer, Baumeister des Gmundner Konzerns. Gesundes Raumklima, die Schonung von Ressourcen und ein niedriger Energieverbrauch seien für Kunden immer wichtiger. "Deshalb ist es auch für uns wichtig, über den Tellerrand zu schauen und wissenschaftliche Erkenntnisse für die Weiterentwicklung unserer Projekte zu nutzen."

Interessenten können bei der Sommerakademie übrigens gerne vorbeischauen und den Studenten bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.