l. Martina Mara, r. Alois Zoitl
Bild: Alexander Schwarzl // Frisch gebackene Uni-Professoren: Martina Mara, Alois Zoitl

"Wir brauchen keine Maschinen, die uns kopieren, sondern die uns ergänzen"

Von Klaus Buttinger

Roboter-Psychologie und Cyber-Produktion, zwei neue Professuren an der JKU.

Zur Gründungs-DNA der Kepler-Universität gehöre es, über den Tellerrand einzelner Fächer hinauszusehen, sagte am Montagabend JKU-Rektor Meinhard Lukas. Anlass war die Antrittsvorlesung zweier neuer Lehrstuhlinhaber: Universitätsprofessorin Martina Mara, OÖN-Lesern als Kolumnistin in Sachen Roboterpsychologie bekannt, und Univ.-Prof. Alois Zoitl, Experte für moderne Industrieproduktion. Beide stammen aus Oberösterreich, beide docken am LIT an, dem Linz Institute of Technology an der JKU, und beide blicken auf dieselbe Art von Technologie, nur aus unterschiedlichen Blickwinkeln: auf smarte Maschinen, "die im Kommen sind", wie Zoitl sagte.

Akzeptanzprobleme

"Viele Menschen sind immer noch skeptisch gegenüber Robotern und Künstlicher Intelligenz", sagte Mara. Dies liege unter anderem an der medialen Darstellung von Robotern als menschenähnliche Androiden. "Das erweckt den Eindruck, dass man als Mensch in seiner Gesamtheit substituiert wird, was nicht der Fall ist." Hier würden Ängste gefördert, zumal in der Bevölkerung für aktuelle Diskursbegriffe wie Machine learning, neuronale Netzwerke oder Algorithmus wenig Verständnis herrsche. Man müsse erklären, was das bedeutet und Maschinen so designen, "dass sie in ihren Schritten voraussehbar sind und verständlich in ihren Entscheidungen, dass uns klar ist, wie sie ungefähr funktionieren". Dies würde die Akzeptanz neuer Technologien in der Gesellschaft wesentlich fördern, sagte die Roboterpsychologin. Nachsatz von Rektor Lukas: "Es geht nicht um die Psychologie der Roboter, sondern um das Verständnis, wie wir die Interaktion von Mensch und Maschine im 21. Jahrhundert menschgemäß gestalten."

Wie die Menschen müssen offensichtlich auch die Maschinen flexibler werden. Ein Job für Zoitls Labor für "Cyber Physical Systems for Engineering and Production". Sein Schwerpunkt ist die Produktionsoptimierung: Maschinenanlagen, die sich schnell umbauen lassen, drahtlos kommunizieren und sich unterschiedlichen Bedürfnissen schnell anpassen lassen.