Bild: Weihbold // An der Johannes Kepler Universität wird umgebaut. Das betrifft nicht nur die Gebäude

JKU positioniert sich gegen Wirtschaftsuni

Von Dietmar Mascher

An der Johannes Kepler Universität (JKU) sind es nicht nur Bagger und Kräne, die für einen Umbau der Linzer Uni stehen, es wird auch an neuen Strukturen gearbeitet.

Innerhalb der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, die mit 41 Instituten und 7000 Studenten auch die größte Fakultät ist, wird nun die JKU Business School aus der Taufe gehoben. Mit einer Kombination aus Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik soll eine Bildungseinrichtung mit internationalem Format entstehen.

Die Verantwortlichen verfolgen zwei Hauptziele. "Wir wollen uns gegenüber der Wirtschaftsuni in Wien deutlich positionieren und international sichtbarer werden", sagt Rektor Meinhard Lukas.

Die Besonderheit dieser Business School soll eine starke Affinität zu Digitalisierung und Technologie sein. Darin könne sich die JKU auch von der WU unterscheiden, weil dort keine technisch-naturwissenschaftliche Fakultät angesiedelt ist, die durch Expertise wie etwa bei Künstlicher Intelligenz überzeugen könne. Und auch die IT-Umsetzungskompetenz sei in Linz besonders stark, sagt Wirtschaftsinformatiker Stefan Koch.

Wieder BWL statt Wiwi

Koch bildet mit dem Professor für betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Michael Tumpel, und dem Leiter des Instituts für Humanressourcen und Change Management, Wolfgang Güttel (er ist auch Co-Chef der Post-Graduate-Einrichtung Limak), ein Trio, das die Business School aufbaut. Einer von ihnen wird vermutlich dann auch der Dean, wie dies in internationalen Managementschulen heißt.

Die JKU Business School fasst nicht nur die Betriebswirtschaft und die Wirtschaftsinformatik zusammen, sie bietet vier Bachelor- und acht Masterstudiengänge und kehrt wieder zu den eigenen Wurzeln zurück.

Statt Wirtschaftswissenschaften (Wiwi) wird ab 2020 wieder BWL oder Internationale BWL studiert. "Es galt auch, VWL und BWL wieder stärker auseinanderzuhalten", sagt Tumpel.

Drei neue Master-Lehrgänge

Schon ab dem Wintersemester 2019/2020 gibt es drei neue Master-Lehrgänge, darunter "Leading International Organizations", der nur ein Jahr dauert, dafür aber mit 120 ECTS-Punkten äußerst intensiv wird. Es soll sich auch an Leute richten, die in ein Jahr Bildungskarenz viel hineinpacken wollen.

Die Bildung der JKU Business School sei auch deshalb wichtig, weil man sich international akkreditieren muss, um bei Austauschprogrammen dabei zu sein und entsprechende Aufmerksamkeit zu bekommen.

"Wir profitieren zwar noch immer von der tollen Arbeit von Professor Gerhard Reber. Aber es geht auch darum, dieses Niveau zu halten", sagt Tumpel. Zahlreiche Studiengänge werden daher auf Englisch angeboten.

Geplant ist neben der JKU Business School eine weitere Institution in der SOWI-Fakultät in Linz. Volkswirte und Statistiker bilden gerade die Rothschild School of Economics and Statistics, die ebenfalls im Herbst starten soll und ein zusätzliches Studium bringen wird.