"Ich bin süchtig nach Erdnussbutter"
Bild: Alexander Schwarzl

Nudeln, Schnitzel oder doch Müsli? "Von jedem etwas"

Von Herbert Schorn

WELS. Was brodelt in den Kochtöpfen der Studenten? Wir schauten nach – und fragten bei Köchen und Experten nach, wie sich Studenten richtig ernähren. Nahrhaft, gesund und billig? Das geht, sagt Otmar Höglinger, Professor an der Fachhochschule in Wels. Den Campus-Nachrichten verrät er, wie.

Wie schafft man es, sich als Student ausgewogen, gesund und trotzdem billig zu ernähren? Gibt es wirklich Nervenfutter, das beim Lernen hilft? Otmar Höglinger, Leiter des Studiengangs für Lebensmitteltechnologie und Ernährung an der Fachhochschule in Wels, beantwortet die drängendsten Fragen, wenn es ums Essen und Studieren geht. Seine These: viel Gemüse, ausreichend Kohlenhydrate und Proteine, wenig Fleisch. "Jeder muss herausfinden, was ihm gut tut."

 

Herr Höglinger, sich als Student billig und gesund ernähren – geht das?

Höglinger: Oh ja, davon bin ich überzeugt. Das Wichtigste ist die bewusste Ernährung. Das kann jeder.

Wie funktioniert das bewusste Essen?

Ich bin ein Verfechter des "gesunden Tellers". Die Hälfte macht Gemüse und Obst aus, der Hauptteil sollte Gemüse sein. Da ist alles drin, was man braucht, von Ballaststoffen über Vitamine bis zu Mineralstoffen. Ein weiteres Viertel des Tellers sollten Vollkornprodukte wie Brot, Reis und Getreide ausmachen, das letzte Viertel sind hochwertige Proteine wie Fisch, weißes Fleisch und Hülsenfrüchte. Wichtig sind auch gesunde Öle. So kommt jeder gesund durch den Tag.

Wie soll Essen über den Tag verteilt sein?

Da gibt es kein Dogma. Jeder muss herausfinden, was ihm gut tut. Ich bin zum Beispiel kein Frühstücker und esse daher zu Mittag den gesunden Teller. Im Büro habe ich Obst und Nüsse, die helfen gegen Heißhunger.

Kann man sich in der Mensa gesund und ausgewogen ernähren?

Das hängt von der Mensa ab, so ehrlich muss man sein. In meiner Fachhochschule in Wels ist das sehr gut möglich. Es gibt täglich ein Salatbuffet und ein vegetarisches Gericht.

Was kann man tun, wenn die Mensa als Vitaminspender ausfällt?

Dann wird’s schwierig, zugegeben. Man muss nur rund um die Unis schauen. Da gibt’s Pizza, Nudeln, Würstel und Leberkäsesemmerl. Das ist ein Dilemma. Wir haben es nicht geschafft, Gemüse und Obst zum leicht greifbaren Convenience-Produkt zu machen. Wer ohne Mensa bewusst essen will, muss sich vorbereiten, etwa mit einer Lunchbox mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten.

Welche Alternativen gibt’s zu Nudeln, Reis und Käse?

Nudeln, Reis und auch ab und zu Schnitzel ist ja nichts Schlechtes. Ich würde sagen: von jedem etwas. Die Menge macht’s natürlich aus. Das Schlagwort lautet Ausgewogenheit. Gemüse in allen Variationen, so abwechslungsreich und farbenfroh wie möglich, ist immer eine Alternative.

Wie halten Sie’s mit dem Kaffee?

In vernünftigen Maßen genossen, spricht nichts dagegen. Man sollte selbst darauf achten, ob man ihn verträgt.

Gibt’s ein Superfood fürs Lernen?

Nein. Lernen ist wie Hochleistungssport. Man muss sich generell so ernähren, dass man in den Lernphasen leistungsfähig ist. Da sind wir wieder bei der Ausgewogenheit.

Gibt es Mittel gegen die Nervosität?

(lacht) Ja. Gute Vorbereitung.

Nudeln, Schnitzel oder doch Müsli? "Von jedem etwas"

Othmar Höglinger, Chef des Studiengangs Lebensmitteltechnologie und Ernährung

 

Vier Studentinnen der Fachhochschule Steyr haben einen Koch-Blog für Studenten gestartet. Hier können Sie den Campus-Artikel lesen.

"Ich bin süchtig nach Erdnussbutter"

Christina Miesbauer liebt Erdnussbutter. Darauf verzichten geht gar nicht.

"Eigentlich versuche ich mich gesund zu ernähren", sagt Christina Miesbauer aus Linz. Auf ihrem Teller landet viel Obst und Gemüse. Fleisch isst sie nut in Maßen. "Mir ist es wichtig, zu wissen, woher das Fleisch kommt." Gesunde Ernährung hat für sie direkte Auswirkungen – nämlich im Lernerfolg. "Ich kann mich besser konzentrieren, wenn ich viel Gemüse esse."

In der Freizeit geht Miesbauer gerne laufen oder spielt Faustball im Verein. "Ich brauche Bewegung. Dadurch habe ich auch eine bewusstere Einstellung zur Ernährung bekommen. Ich merke, dass ich zum Studieren viel Kraft brauche." Auf zwei Sachen kann Christina Miesbauer aber auf keinen Fall verzichten. "Ohne Kaffee geht bei mir nichts", sagt sie und lacht. Und das zweite Unersetzbare? "Ich bin süchtig nach Erdnussbutter.

"Ich bin süchtig nach Erdnussbutter"

Sie braucht keinen Kaffee in der Früh

Lena Maria Priesner isst viel Obst und Gemüse.

Lena Maria Priesner genießt das Leben am Land in vollen Zügen. Sie betreibt drei bis vier Mal pro Woche Sport, geht gerne in ihrer Heimatgemeinde Weißkirchen/Traun (Bezirk Wels-Land) laufen und täglich mit ihrem Hund spazieren. Neben dem Sport ist der 22-Jährigen auch gesunde Ernährung wichtig. Zum Frühstück gibt es Joghurt mit Früchten und manchmal Tee. Kaffee trinkt sie nicht. Denn: "Ich brauche keinen Muntermacher." Ansonsten achtet Priesner darauf, viele pflanzliche Lebensmittel zu essen. Fleisch steht in ausgewogener Dosierung auf dem Speiseplan. In die FH-Mensa geht sie selten. Sie kocht stattdessen ihr Mittagessen zu Hause vor und wärmt es auf. Die Freizeit verbringt sie gerne mit Freunden: "Dann trinken wir auch mal ein Gläschen."

Sie braucht keinen Kaffee in der Früh

Ohne Sport geht bei Simon nichts

Simon Oberauer trainiert im eigenen Fitnessstudio in Omas Stadl.

Für den 22-Jährigen ist körperliche Fitness besonders wichtig. Mindestens viermal pro Woche trainiert der Gallspacher in seinem selbst gebauten Fitness-Center in Omas Stadl. Viele der Geräte hat er selbst zusammengezimmert. So, wie er trainiert, isst er auch: Ziel ist der Muskelaufbau. Daher ist Simons Ernährung eiweißreich, regelmäßig greift er zu Proteinshakes. Zum Frühstück bereitet er sich selbst Shakes aus Haferflocken, geriebenen Nüssen, gefrorenen Beeren, Bananen und Magertopfen zu. "Kaffee kommt nur in Klausurzeiten in Frage." Sport und Ernährung sind Simons Mittel, um fit für sportliche oder geistige Herausforderung zu sein. Sein Motto: "Nur ein gesunder Körper studiert auch gerne."

Ohne Sport geht bei Simon nichts

"Schokolade spendet mir Kraft"

Auf Nina Brunners Teller kommt kein Fleisch. Die 25-Jährige ist Vegetarierin. "Ich versuche aber, dass ich mich größtenteils vegan ernähre", sagt die Weißkirchnerin, die Ernährungswissenschaften an der Universität Wien studiert. Auf dem Speiseplan stehen daher Gemüse, Reis, Nudeln – und viel Haferbrei mit Sojamilch.

Auch wenn sie sich wissenschaftlich mit der Ernährung beschäftigt und ihr gesundes Essen wichtig ist, sind kleine Sünden erlaubt: "Ich gönne mir gerne zwischendurch Schokolade, die spendet mir beim Lernen emotionale Kraft", sagt Brunner und lacht. Auch Sport ist ihr wichtig. Ein bis drei Mal pro Woche rafft sich die Studentin auf und macht Zirkeltraining oder geht an der Donau laufen.

Wenn sie in der Uni der Hunger überkommt, isst sie das, was sie sich zu Hause vorgekocht hat. In der Mensa isst sie dagegen wegen zu hoher Preise kaum. Ihr treuester Begleiter ist aber ohnehin der Kaffeebecher. Den Muntermacher trinkt sie am liebsten schwarz, pro Tag leert sie bis zu vier Tassen.

"Schokolade spendet mir Kraft"