Welche Werte bleiben vom Studium?
Bild: VOLKER WEIHBOLD

Welche Werte bleiben vom Studium?

Von Herbert Schorn

LINZ. Die Pädagogische Hochschule der Diözese Linz investiert viel Zeit, um ihren Studenten Werte zu vermitteln. Doch was bleibt davon? Erstaunlich viel, ergab eine Befragung der PH.

Bisher galten Lehrer oft als Einzelkämpfer, die sich nicht gerne in die Karten schauen lassen. Dieses Bild dürfte sich nun langsam wandeln – zumindest, wenn man die Ergebnisse einer Befragung der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz heranzieht.

Dort gaben mehr als 95 Prozent der Befragten an, dass kooperatives Arbeiten im Lehrerkollegium ein wichtiges Element für das Schulklima sei. Und ebenso viele halten diese Zusammenarbeit innerhalb der Pädagogen zumindest teilweise für umsetzbar. "Dieses Ergebnis ist erstaunlich", sagt Christoph Baumgartinger, der die Studie mit seinen Kollegen Ursula Dopplinger und Clemens Seyfried durchführte. "Da ist offenbar ein Wertewandel im Gange."

Angeschrieben wurden insgesamt 2800 Absolventen der Pädagogischen Hochschule der vergangenen zehn Jahre, rund 300 schickten ihre Fragebögen ausgefüllt zurück. Die Studienautoren wollten wissen, ob die von der PH im Leitbild festgeschriebenen und an die Studenten vermittelten Werte auch im Berufsleben der jungen Lehrer Relevanz haben. Die Zustimmung sei erfreulich hoch, sagt Baumgartinger: "Das stimmt uns positiv." Das sei aber nicht nur auf die Arbeit an der PH zurückzuführen, schränkt er ein: "Viele der Werte hatten die Studenten natürlich schon, bevor sie an die Hochschule kamen."

So steht für neun von zehn der jungen Lehrer die persönliche Entwicklung des Schülers im Mittelpunkt, knapp 70 Prozent sind der Meinung, dass Lernprozesse durch Selbstbestimmung der Schüler gefördert werden. Weniger optimistisch sind die Lehrer allerdings, was die Umsetzung betrifft: Nur 40 Prozent glauben etwa, dass das selbstbestimmte Lernen der Schüler vollkommen umsetzbar ist. "Da sehen viele, dass das Schulsystem durch die häufigen Testungen den Lehrern einen strikten Rahmen vorgibt", sagt Baumgartinger. "Sie stoßen an ihre Grenzen."