Wie Linzer Studenten Südafrika verzauberten

Wie Linzer Studenten Südafrika verzauberten

Von Sophia Jelinek

LINZ. Ausverkaufte Konzerte und viele treue Fans erwarteten die Bruckner University Big Band auf deren zweiter Tournee in Südafrika.

Innerhalb von zwei Jahren eine hochkarätige Jazzformation aus dem Boden zu stampfen und gleich zweimal nach Südafrika zu reisen – das hat Christian Radovan mit seiner Bruckner University Big Band geschafft.

Ende 2016 gründete der Professor für Jazz und improvisierte Musik an der Linzer Bruckner-Uni die Band, um seinen Studenten Probe- und Auftrittsmöglichkeiten während des Studiums zu verschaffen. Die Studenten meldeten sich nach und nach an. "Damals hat keiner gewusst, wohin die Reise geht", sagt Radovan heute.

Bereits nach einem halben Jahr kristallisierten sich erste musikalische Erfolge heraus. "Es hat sich ein eigener komplexer Sound entwickelt", sagt Radovan. Jetzt wird die in klassischer Big-Band-Besetzung gespielt: vier Trompeten, vier Posaunen, fünf Saxophone und ein Schlagzeug. Ein Vibraphon verleiht der Musik eine starke Klangfarbe, eine junge Sängerin unterstützt die Jazzband gesanglich. "Wenn man Jazz spielt, dann funktioniert das nur dann, wenn jemand eine Geschichte erzählen kann", sagt der Jazzprofessor.

Erst kürzlich ist die erste CD "Good Vibes" erschienen. "Es sind zwölf Songs aus den 30er-, 40er- und 50er-Jahren vertreten, die wir wiederbelebt haben", sagt Radovan. Jazzfans werden etwa "Cheek to Cheek" von Irving Berlin oder Richard Rodgers’ "Johnny One Note" auf dem Album wiederfinden.

Geht’s bald nach Australien?

Mit der CD im Instrumentenkoffer flog die 22-köpfige Band samt Bandleader Mitte Februar zur bereits zweiten Tour nach Südafrika. "Wir haben alle CDs, die wir mitgenommen haben, verkauft und an fast allen Tagen in ausverkauften Hallen gespielt. Einige haben schon gesagt, sie wünschen sich noch eine Tour und freuen sich auf ein Wiedersehen", sagt Radovan.

Doch wie kommen die Linzer Studenten überhaupt nach Südafrika? Ganz einfach: Radovan ist zwar ein waschechter Linzer, wuchs aber in Südafrika auf. Seit zehn Jahren macht er immer wieder kleinere Projekte in seiner alten Heimat. "Ich kenne daher natürlich ein paar Leute dort. Sie haben an der Big Band großes Interesse gezeigt", sagt der Professor. Die erste Tour sei gut angekommen: "Und so wurden wir wieder eingeladen."

Insgesamt 14 Konzerte standen bei der heurigen Tournee auf dem Programm, Höhepunkte waren die Auftritte beim Starlight-Classics-Festival vor 12.000 Menschen in Kapstadt und bei "Jazz on the Rocks" in Tietiesbaai an der Atlantikküste. "Da spielten wir auf einer der tollsten Bühnen der Welt, die über eine Bucht gebaut ist", berichtet Radovan.

Am Dienstag kehrte die Big Band wieder nach Linz zurück. Jetzt wird am zweiten Album gearbeitet. Auch eine weitere internationale Tour ist geplant, sagt der Bandleader. Wohin es dieses Mal geht, steht noch nicht fest: "Vielleicht sogar nach Australien."