Bild: BFI // Markus Eibl (Fachexperte), Marlene Sanglhuber, Berthold Winkler (Fachexperte) und Mag.a Gudrun Wolfschwenger vom BFI Oberösterreich

Erste Frau erwarb mit Fachgespräch Ingenieurs-Titel

Von Daniela Ullrich

Thomas Gabler (Firma Hilti, Linz) und Jakob Reiter (Firma Engel, Schwertberg) waren im Vorjahr die Ersten, die am BFI Oberösterreich den Titel „Ingenieur“ erwarben. Im Jänner 2018 folgte die nächste Premiere: Mit Marlene Sanglhuber (Firma Almi, Oftering) absolvierte erstmals eine Frau das Fachgespräch.

Im Mai 2017 trat das neue Ingenieurgesetz in Kraft. Mit den darin enthaltenen Bestimmungen wurde die Vergabe der bisherigen Standesbezeichnung auf neue Beine gestellt. Die bisherigen Grundvoraussetzungen – HTL-Matura oder vergleichbare Qualifikation und mehrjährige fachbezogene, ingenieurmäßige Praxis – bleiben zwar gleich. Neu ist aber die Form der Feststellung der beruflichen Praxis in Form eines Fachgespräches mit Experten. Anträge für dieses Fachgespräch können seit 2017 bei der Ingenieur-Zertifizierungsstelle des BFI Oberösterreich gestellt werden. Marlene Sanglhuber, die bei der Firma Almi in Oftering arbeitet, machte von dieser Möglichkeit Gebrauch und wurde nach einer objektiven Vorprüfung zu einem Fachgespräch zugelassen. Dieses absolvierte sie in hervorragender Weise. Sie erhielt die Bestätigung, dass sie über die notwendigen Kompetenzen verfügt, um die Qualifikationsbezeichnung „Ingenieurin“ zu tragen.

Gleichgestellt mit Bachelor

 „Ingenieurinnen und Ingenieure sind dank des neuen Gesetzes in der Stufe sechs des europäischen Qualifikationsrahmens eingeordnet und befinden sich damit auf dem gleichen Niveau wie der Bachelor“, sagt Gudrun Wolfschwenger von der Ingenieur-Zertifizierungsstelle des BFI Oberösterreich. „Dadurch gewinnt die Bezeichnung eine höhere nationale und internationale Anerkennung in der Wirtschafts- und Arbeitswelt.“ Das BFI Oberösterreich war das erste aller österreichischen Berufsförderungsinstitute, das als Zertifizierungsstelle zugelassen wurde. Mittlerweile haben schon dutzende Fachgespräche stattgefunden – zuletzt jenes mit Mario Plank von der voestalpine Stahl GmbH. Er war bereits nach dem Ingenieurgesetz 2006 als Ingenieur zertifiziert, nutzte aber die Gelegenheit, um durch Zertifizierung gemäß aktuellem Gesetz in die Stufe sechs des Qualifikationsrahmens zu gelangen. Die Palette der bisherigen Fachgespräche reichte von Bio- und Lebensmitteltechnologie über Bautechnik und Maschinenbau bis hin zu Wirtschaftsingenieurswesen und Automatisierungstechnik.