6. HR/Café
Bild: hr/Café

HR/Café widmete sich der Achtsamkeit

"Alles, dem du Bedeutung zumisst, bekommt Bedeutung." Mit dieser These eröffnete Gerald Pichler, Personalentwickler bei Fronius, das 6. HR/Café in Linz.

Im Loungebereich des Hotel Schwarzer Bär hörten etwa 45 Human Resource Verantwortliche seinen Vortrag und diskutierten die Inputs anschließend für ihre HR-Praxis in österreichischen Betrieben. Derzeit erleben wir die strukturelle Neuordnung unserer wirtschaftlichen Systeme – beschleunigt durch äußere Einflussfaktoren wie Digitalisierung, Vernetzung und neue Technologien. Die Konsequenz: hoher Innovationsdruck und steigende Komplexität innerhalb von Organisationen. Skills wie emotionale Intelligenz oder Intuition werden daher zu zentralen Eigenschaften, um in modernen Arbeitswelten erfolgreich agieren zu können.

Diese Fähigkeiten meint Pichler auch mit der zweiten Botschaft seiner Key Note: „Es geht heute Abend nicht um Wissensvermittlung. Vielmehr wollen wir uns gemeinsam daran erinnern, was immer schon da war“. Ein Erinnern gelingt während des etwa 70-minütigen Vortrages durch kurze, aber effektive Achtsamkeitsübungen. Dazwischen argumentieren theoretische Modelle von Vera F. Birkenbiehl, Niklas Luhmann oder Yoga-Gelehrten die Relevanz von Achtsamkeit für Arbeitskulturen.

Die Gäste des HR/Cafés erfahren, warum lineare Organisationsprozesse in einer nicht-linearen Welt Wirksamkeit einbüßen und welche Alternativen sich anbieten. Eine Entwicklung, hin zu neuen Human Resource Strategien, beginne immer bei sich selbst: (1) Werden Sie zum Beobachter Ihres Selbst! (2) Fokussieren Sie unwillkürliche Prozesse: Intuition, Körperwahrnehmung, wertschätzende Dialoge! (3) Agieren Sie im Jetzt! ... Gelingen soll all das in achtsamer Ruhe – eine Form von Entspannung, die sich individuell trainieren lässt und damit auch in hektischen Phasen abrufbar wird.

Darauf stützend würde sich auch der Erfolg einstellen. Denn „Erfolg“, beschreibt Gerald Pichler, sei eine Folge – er erfolgt und ist kein Ziel. Achtsame Handlungen müssen deshalb beständig in die Arbeitsabläufe integriert werden. Erst wenn die bewusste Innenschau zur selbstverständlichen Haltung wird, könne sie als effizientes Management-Tool genutzt werden.

Der durchgehend wertschätzende Tenor des Abends inspirierte die Gäste des 6. HR/Cafés spätestens beim Praxistext „Positives Spekulieren“, interne Abläufe neu zu bewerten. In der Partnerübung beschreibt man die positiven Eigenschaften des fremden Gegenübers. Je zwei, insgesamt vier Minuten in unmittelbarer, verbindlicher Nähe, die auch an diesem Abend spürbare Dynamik schaffen. Oder anders formuliert: eine hervorragende Basis für eine unserer intensivsten Beziehungen: die Human Relations.

Mehr zum Thema „Methodische Achtsamkeit" hier.