Digitalisierung – "Man muss wissen: Was kann meine Firma richtig gut?"
Bild: Limak: Expertenfrühstück mit Leitner, Güttel, Haider und Draxler (v.l.)

Digitalisierung – "Was kann meine Firma richtig gut?"

Von Sigrid Brandstätter

Impulse für den Umgang mit radikalen Veränderungen

Die Digitalisierung würden die heimischen Unternehmen zweigeteilt erleben. Die operative Weiterentwicklung hätten die Betriebe gut im Griff. Wenn es aber um die Weiterentwicklung oder womöglich die radikale Veränderung oder Bedrohung des eigenen Geschäftsmodells gehe, gäbe es große Unsicherheit. So schätzt Peter Draxler, Partner in der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung PwC und Leiter des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (Wdf) in Oberösterreich, die Stimmung ein. Auch Gerhard Leitner, Geschäftsführer der Management-Schmiede Limak, nimmt ähnliches wahr.

Gemeinsam mit dem Absolventenclub der Limak luden Wdf und Limak diese Woche zu einem Expertenfrühstück. Brigitte Haider, Privatkunden-Chefin in der Oberbank, berichtete von den massiven Veränderungen im Bankgeschäft der vergangenen Jahre. Die Finanzinnovationen der Fintechs seien anfangs als Bedrohung wahrgenommen worden, heute werde mit einzelnen auf Lieferantenebene kooperiert.

Solche Modelle seien vorbildlich, attestierte Wolfgang Güttel, Leiter des Instituts für Human Ressources und Changemanagement an der Kepler Uni, der an der Limak auch einen Master-Lehrgang zur digitalen Transformation leitet.

Aus seiner Projekterfahrung mit Unternehmen sei die praktikabelste Lösung für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle oft eine Ausgründung. Es müsse freies Denken abseits der bestehenden Strukturen möglich sein. Wenige Firmen hätten einen Bruch in ihren Geschäftsmodellen gut allein bewältigt. Oft helfe das Hereinholen von Partnern. "Man muss herausarbeiten, was kann meine Firma so gut, dass es selbst bei radikal veränderter Umgebung noch Erfolg bringt."