Fow West
Bild: LSZ Consulting//v.l. Franz Kühmayer, Josef Buttinger, Juliane Mostbauer, Tarek El-Dabbah, Katrin Bointner, Martin Gruber

HR-Abteilungen befinden sich im Umbruch

Rund 170 HR-Experten trafen sich im Ambiente des Sheraton Hotel Jagdhof am Fuschlsee, um in 26 Workshops die aktuellen Herausforderungen für den Personalsektor zu diskutieren.

Automatisiert, digitalisiert oder gleich völlig neu geschaffen: So sehen nicht nur die Arbeitsplätze der Zukunft aus, auch die Aufgaben der Personalabteilungen selbst befinden sich in einem Transformationsprozess, der längst in vollem Gange ist. Wie HR-ManagerInnen die laufenden Veränderungen am Besten zu ihrem Vorteil nutzen, war deshalb Top-Thema beim Fachkongress für Human Resources "Future of Work West". Erstmals fand dieser am Fuschlsee in Salzburg und somit im westlichen Einzugsgebiet des Landes statt, als logische Fortführung und Ergänzung zu Österreichs größtem und bereits etablierten HR-Kongress "Future of Work".

Der Zukunftsforscher und Trendexperte Franz Kühmayer moderierte den zweitägigen Event und  definierte die emotionale Kompetenz als Erfolgsfaktor in der digitalen Welt. Unter den Teilnehmern befanden sich etliche Vertreter von Big Playern der Branche wie Bettina Malatschnig (Hutchinson 3G Austria), Gerald Harzl (Vice-President HR Europe bei MAGNA International) oder Reinhard Allerstorfer (Maschinenring Österreich). Auch oberösterreichische HR-Spezialisten waren in großer Zahl vertreten, etwa von der Brau Union oder KTM.   

Nutzen statt fürchten solle man die digitale Transformation, die die Arbeitswelt zu immer schneller ablaufenden Veränderungen treibt, so die Kernbotschaft. Wie das am besten umzusetzen ist, besprachen im HR-Lounge Future Talk der Präsident und Initiator von hr-lounge.at Josef Buttinger und führende Personalleiter wie Tarek El-Dabbagh (HR-Leiter Pappas Holding), Martin Gruber (GF-HR Brau Union Österreich – Heineken Group), Katrin Bointner (Leitung Human Resources Resch&Frisch) und Juliane Mostbauer (Director Human Resources TGW Systems Integration).

In den Workshops nach dem Open-Space-Prinzip ergriffen die zukunftsorientierten PersonalmanagerInnen die Gelegenheit, sich auszutauschen und von Best-Practice-Beispielen zu lernen. Personalleiter Klaus Fetka gab tiefe und aufschlussreiche Einblicke in die höchst erfolgreiche Entwicklung einer eigenen Arbeitgebermarke bei der Porsche Holding.  Branchenexperte Markus Tomaschitz (AVL List) präsentierte wissenschaftlich fundierte Zukunftsprognosen zur Entwicklung der Arbeitswelt und gab einen Ausblick auf die logische Rollenverteilung von Mensch und Maschine.

Workshop-Teilnehmer in Aktion

Die veränderten Gefahren, mit denen der HR-Bereich konfrontiert ist, wurden ebenso thematisiert. Der Kriminalstratege Alexander Asenbaum klärte über ArbeitnehmerInnen im Visier von Social Engineering auf und gab Einblick in die neueste Spionagetechnik. Bemerkenswert: Trotz aller IT-Technik, Hackern & Co. werden Informationen in den meisten Fällen auch heute noch von firmeninternen Personen illegal weitergegeben.

Organisationsberater und Buchautor Peter Tavolato sprach über aktives Generationenmanagement, Christina Knopf (WU Executive Academy) über den ROI der Weiterbildung. Der Talent War, das Talent Management, der Cultural Fit und die Künstliche Intelligenz im HR-Bereich waren ebenso präsent, doch zielte das Kongressprogramm bewusst darauf ab, sich den Themenkomplexen hinter diesen Buzzwords tiefergehend und realistisch anzunähern. Die HR-SpezialistInnen, unter anderem von Lidl Österreich, dm Drogerie Markt oder den Raiffeisen Landesbanken, waren dafür dankbar. 

Zwar war die Atmosphäre in Fuschl schon von Haus aus konstruktiv und locker. Die österreichische Profi-Golfspielerin und Mentaltrainerin Nadine Rass lieferte aber darüber hinaus ein unterhaltsames Highlight, als sie zum Abschluss von Tag eins mit ihrem Vortrag zur Personal Mind Fitness das gesamte Auditorium zum Tanzen brachte.    

Wachrüttelnd war die Keynote des Experten für Internetkriminalität Tom Weinert über Identitätsklau und andere digitale Abgründe, erhellend der Workshop über das Employer Branding aus der Perspektive eines Familienunternehmens von Karoline Winkler-Querfeld (Querfelds Wiener Kaffeehaus). Laut Teilnehmern besonders spannend war das gemeinsame Ausloten der Chancen und Grenzen von Robot-Recruiting.

Kongress Future of Work West

Wegen der hohen Nachfrage und des positiven Feedbacks der TeilnehmerInnen steht bereits der kommende Kongress fest: am 18. und 19. März 2020 trifft man sich beim Future of Work in Loipersdorf wieder. Mehr dazu auf: ost.futureofwork.co.at