"Lösen wir uns von Bildern der Industrialisierung"
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"Lösen wir uns von Bildern der Industrialisierung"

Von Susanna Sailer

Trendexpertin Birgit Gebhardt referierte über neue Einstellungen der Jungen in einer vernetzten Arbeitswelt

Auf die Suche nach dem Sinn in Zeiten des Strukturwandels begaben sich diese Woche 170 Personalmanager, die sich im ausverkauften Linzer Ursulinenhof-Saal zur HR-Tagung des Netzwerks Humanressourcen einfanden.

In einem gingen die Referenten, unter ihnen auch Philosoph Konrad Paul Liessmann, mit der deutschen Trendexpertin Birgit Gebhardt konform: "Wir müssen uns vom Bild der Industrialisierung, die mehr als 200 Jahre angedauert hat, trennen", sagte die Zukunftsforscherin und Buchautorin. Es gehe weg von der Massengesellschaft und stattdessen hin zur Individualisierung.

Vernetzung werde in der Zukunft eine immer größere Rolle spielen, was auch eine Herausforderung für Personalverantwortliche sei. "Sie haben die Aufgabe, ihren künftigen Mitarbeitern Jobs zu geben, die Zukunft haben. Dazu müssen sie wissen, was im Austausch Mensch versus Maschine noch zu tun bleibe." Gebhardt: "Es braucht neue Kompetenzen für Mensch wie Maschine. Mitarbeiter müssen lernen, in Kooperation mit intelligenten Systemen zu gehen."

Frage nach dem Eigennutzen

Künftig werde die Projektarbeit in Teams an Bedeutung zunehmen. "Die junge Generation, die Sie künftig im Unternehmen brauchen werden, stellt sich allerdings die egozentrische Sinnfrage. Sie will wissen, wie sie sich im Job selbst verwirklichen kann, welche eigenen Vorteile sie davon hat und was sie lernen kann", sagt die Trendexpertin. Künftig zähle die Kommunikation mit den Vorgesetzten auf Augenhöhe. Die Jungen erwarten sich ein Aufeinander-Eingehen. Ein von-oben-nach-unten-Agieren sei somit der falsche Weg. Dieser Kulturwandel werde auch andere Büros und Arbeitsplätze nach sich ziehen, die übergreifende Kommunikation, Begegnungen und Zusammenarbeit ermöglichen.