Tina Hawel, Mitglied der Geschäftsleitung, und Sr. Barbara Lehner, Generaloberin der Elisabethinen Linz-Wien
Bild: Elisabethinen// v.l. Tina Hawel, Mitglied der Geschäftsleitung, und Sr. Barbara Lehner, Generaloberin der Elisabethinen Linz-Wien

Sinnstiftende Arbeit: Vom Luxus zur Überlebensfrage für Betriebe

Von Susanna Sailer

Elisabethinen Linz stellen ihren Symposiumstag unter das Motto "Mut zum Sinn.

Immer mehr Berufstätige suchen sinnstiftende Arbeit. Dafür sind sie bereit, auf höhere Einkommen zu verzichten. "Wir leben in einer Spaßgesellschaft. Doch das Schnelle und Oberflächliche hat nichts Bleibendes – im Gegensatz zum Sinn, der in unserer Lebensbiografie eine wichtige Rolle spielt", sagt Sr. Barbara Lehner, Generaloberin und Mitgeschäftsführerin der Elisabethinen Linz-Wien. Warum die Sinnsuche bei der jungen Generation aktueller denn je ist, erklärt sich die Ordensfrau so: "Es gibt eine Orientierungslosigkeit, da die Menschen heute so viele Möglichkeiten haben, sich zu entscheiden." Tina Hawel, Mitglied der Geschäftsleitung der Elisabethinen, ergänzt: "Es gibt ein Bedürfnis nach einer Zugehörigkeit und man will wissen, wofür man etwas tut."

Deswegen stellen die Elisabethinen Österreich am 22. November ihr Symposium im Linzer OÖNachrichten Forum unter das Motto "Mut zum Sinn. Warum sinnstiftende Arbeit kein Luxus ist". Das Thema soll kritisch und aus unterschiedlichen Blickwinkeln und Branchen beleuchtet werden.

Hawel, die für die Personalagenden von 5000 Mitarbeitern zuständig ist, bemerkt, dass Familie sowie soziales und berufliches Umfeld für junge Leute wichtiger werden und viele nicht mehr in der Arbeit alleine ihre Erfüllung sehen.

Breite, sinnstiftende Basis

Sr. Barbara findet es sogar in Ordnung, Sinngebendes nicht nur auf einen Wert zu reduzieren. "Denn das kann auch wegfallen, etwa bei plötzlicher Arbeitsunfähigkeit. Für jemanden, der den Sinn seines Lebens nur in der Arbeit sieht, fällt dann alles zusammen", sagt sie. Eine breit gefächerte sinnstiftende Basis zu haben, sei daher erstrebenswert.

Die Arbeitgeber seien jedenfalls mit zunehmend selbstbewusst gestellten Forderungen von Bewerbern nach flexiblen Arbeitsmodellen konfrontiert. "Wir wollen nicht nur Arbeitgeber sein, sondern die Menschen, die mit uns arbeiten, auch auf ihren individuellen Lebens- und Karrierewegen begleiten", sagt Sr. Barbara.

Freitag, 22. November: Elisabethinen-Symposium "Mut zum Sinn" , 9.15 bis 17.30 Uhr im OÖNachrichten Forum, Linz. Unter den Referenten: Ali Mahlodji (EU-Jugendbotschafter), Unternehmenscoach Daniela Philipp und Theologe Arnold Mettnitzer. Infos und Anmeldung