Bild: Weihbold // Michael Breitfuss und Kevin Leibetseder sind die neuen Eigentümer.

"Die Neuen" vom Café Glockenspiel

Von Karin Haas

Das junge Duo eröffnet Mitte Jänner und hat allerhand vor.

"Wir  wollen keine Bar sein mit Prosecco und Gin, sondern ein traditionelles Altwiener Kaffeehaus“, sagt Michael Breitfuß (31). Der Jungunternehmer mit Gastroerfahrung hat vergangene Woche das pleitegegangene Café Glockenspiel am Linzer Hauptplatz ersteigert und führt es an seine Wurzeln zurück.

Das macht er mit seinem Partner Kevin Leibetseder. Der 25-Jährige ist Küchenchef im „Naschmarkt“ am OK-Platz, das er verlassen wird.

Das „neue, alte“ Café Glockenspiel (derzeit geschlossen) eröffnet wieder Mitte Jänner 2018. Die Möbel bleiben, aber sonst ändert sich viel. Denn das Lokal, derzeit „geselcht“ als Hort der Raucher, wird gänzlich rauchfrei. Offen wird sieben Tage die Woche von 8 bis 22 Uhr sein.

Auch am Sonntag geöffnet

„Das Café Jentschke sperrt zu. Da sehen wir noch bessere Chancen für Kaffeehauskultur in Linz“, sagt Breitfuß. Unterstützt wird er von seiner Ehefrau Katharina. Die Salzburgerin hat im Café Tomaselli gearbeitet.

Für Breitfuß ist es bereits der fünfte Standort in Linz. Er führt zwei von seiner Familie gegründete Franzesco-Pizza-Imbisse und zwei Fussal-Frozen-Joghurt-Lokale.

Um das Glockenspiel hatte es nach der Pleite seines Betreibers Michael Reussner einen Bieterkrimi gegeben. Auch Größen wie Surace, Jindrak und der Hotelier des „Schwarzen Bären“ boten mit. Das Glockenspiel wurde vom Gourmetführer Falstaff als eines der besten Kaffeelokale Oberösterreichs geführt. Dem Vernehmen nach waren bis zum Schluss Rechnungen offen, die Falstaff gestellt hatte...

„Fussal“ ist ein Kosename

Nur Eingeweihte wissen, wie die Frozen-Yogurt-Standorte von Michael Breitfuß zum Namen „Fussal“ kamen. Wer auf Franchise tippt, liegt falsch. Denn Fussal war der Kosename, den ihm seine Mutter Sabine als Anspielung auf den Namen Breitfuß als Kind gab. Die Familie ist seit drei Generationen in der Gastronomie verankert. Opa Franz hatte ein legendäres Würstlstandl beim Passage-Kaufhaus. Vater Franz sprang als erster in Linz auf den Pizza-trend auf. Auch diese Marke „Franzesco“ spielt auf einen Namen an, nämlich Franz.

Seit sieben Jahren ist Sohn Michael Breitfuß im Unternehmen. Er hat „Fussal“ ins Leben gerufen. „Da können wir mit Neuigkeiten für Junge experimentieren“, sagt er. Derzeit gibt es dort heruntergeraspeltes „Choco-Kebap“ vom Spieß mit Früchten in einer Palatschinke. „Das haben wir im Fernsehen gesehen und sind damit die Ersten in Linz“, sagt Breitfuß.