Thomas Buchwalder
Bild: Schweizer Luftwaffe // Marc Zimmerli ist Kampfpilot und Ausbildner beim schweizer Militär

Perfektes Teamwork bei Tempo 1000

Von Daniela Ullrich

Erfolgsrezept: Piloten und Kommandant müssen sich gegenseitig vertrauen können

Die „Patrouille Suisse“ ist eine Kunstflugstaffel, bei der sechs Kunstflieger im Abstand von nur drei Metern nebeneinander ihre Kunststücke und Manöver vollbringen. Und das mit Tempo 1000 in 30 Metern Höhe über den Erdboden. Fehler sind hier tödlich.

Marc Zimmerli erfüllte sich einen Bubentraum und war zehn Jahre Mitglied der „Patrouille Suisse“ und zuletzt auch als Anführer der legendären schweizer Kunstflugstaffel im Einsatz. Dies bedeutete enorme Verantwortung, denn die Piloten orientieren sich bei den rasanten Flügen ausschließlich an ihrem Anführer und vertrauten ihm dabei blind.

„Jetzt bin ich nur noch Kampfpilot und Ausbildner beim schweizer Militär“, sagt Zimmerli, der mit seiner Erfahrung als Teamleiter auch als Redner bei diversen Veranstaltungen, zuletzt bei der automotive.2017 in Linz, Tipps und Tricks für funktionierendes Zusammenarbeiten in der Arbeitswelt parat hält.

„Bei der Patrouille Suisse war es enorm wichtig, dass das Zwischenmenschliche stimmte und man sich vertrauen konnte. Alles was wir machten funktionierte nur, weil die Gruppe optimal zusammen spielte. So soll es eigentlich auch in der Geschäftswelt sein“, sagt der sympathische Schweizer.

In seinen Vorträgen erklärt Zimmerli, wie Teamwork auch „am Boden“ funktionieren kann: „Wichtig ist ein gemeinsames Ziel und eine offene Kommunikation. Jeder Beteiligte sollte gehört werden und seine Ideen oder auch Bedenken einbringen dürfen. Das Team muss sich aufeinander verlassen können und sich gegenseitig vertrauen, dann können Lösungen und Projekte gemeinsam erarbeitet werden“.

Vertrauen statt Kontrolle

Ein Teamleiter ist dafür Verantwortlich, gute Voraussetzungen für die Mitarbeiter zu schaffen und die Kontrolle über alle Abläufe zu bewahren. Auch Vertrauen spielt dabei eine große Rolle. „Als Anführer der Fliegerstaffel habe ich erfahren, das ich meinen Kollegen blind vertrauen musste. Ich ging davon aus, dass Befehle innerhalb von fünf Sekunden ausgeführt werden. Zeit zum Kontrollieren blieb da nicht. Natürlich ist es für beide Seiten ein Stück Arbeit, bis die Zusammenarbeit so gut eingespielt ist“, sagt Zimmerli.

Das Besondere an Zimmerlis Führungsposition war, dass man sich um diese nicht bewerben konnte, sondern man von der bestehenden Mannschaft als Anführer gewählt wurde.

Als gefährlich stuft Zimmerli seinen Job übrigens nicht ein: „Ich arbeitete mit fünf meiner besten Freunde zusammen. Ich wusste wie es ihnen geht und dass sie fit für den Job waren. Wir kannten unsere Stärken und Schwächen, somit war da nichts gefährlich. Ich habe aber aufgehört Motorrad zu fahren. Da gibt es Faktoren, die ich nicht beeinflussen kann.“