Bild: Figurella Chefin Rosa Cech

"Ich mache Sachen gerne schön"

Von Dietmar Mascher

Rosa Cech: Wie aus einer alleinerziehenden Hausfrau mit zwei Kindern die Chefin von Figurella wurde und warum sie jetzt am liebsten in die Linzer Landstraße investiert.

Der jüngste Coup ist ein Haus, das in Linz jeder kennt. Der Schachermayer-Hof beim Taubenmarkt, in dem sich Restaurants wie das Pianino und ein Drogeriemarkt befinden, gehört jetzt auch zum Immobilienreich von Rosa Cech. Die Unternehmerin hat schon vor geraumer Zeit ihre Vorliebe für Immobilien an der Linzer Landstraße entdeckt.

Am beeindruckendsten ist wohl Landstraße 71 beim Schillerpark, in dem auch McDonald’s eingemietet ist. Auch Landstraße 75 und 105 (bei der Goethekreuzung) gehören Frau Cech bzw. ihrer Stiftung. Letzteres hat sie gekauft, abgerissen und neu gebaut. Und auch in der Rainerstraße hat sie investiert.

Erfolgreich durch Franchise

Das Geld für die Investitionen hat Rosa Cech unter anderem aus ihrer Tätigkeit als Chefin des Schlankheitsinstituts Figurella. Im Gespräch mit den OÖNachrichten erzählt sie, wie es 1982 begann. Frau Cech hat jung geheiratet und mit 17 Jahren ihren ersten Sohn bekommen (den zweiten zwei Jahre später).

"Auch nach der Trennung von meinem Mann war ich Hausfrau und habe meine Kinder erzogen. Irgendwann, als diese Jugendliche waren und die Wohnung nicht mehr sauberer geputzt werden konnte, habe ich gehört, dass die Schweizer Figurella in Linz eine Filiale eröffnet. Ich habe mich beworben und wurde genommen", erzählt sie.

Ein Jahr später war Frau Cech Franchisenehmerin und begann, in Tirol weitere Niederlassungen aufzusperren: in Innsbruck, Landeck, Wörgl und Lienz.

Irgendwann wollte sie dann nicht mehr Franchisenehmerin sein und erwarb die Marken und Lizenzen für Österreich und war fortan Chefin von Figurella Österreich und Franchisegeberin.

Das Prinzip von Figurella: Abnehmen bei Erhalt der Muskelmasse, eine Umstellung der Ernährung, regelmäßige Bewegung unter Aufsicht im Studio und davor eine Sauerstoffbehandlung. Vor allem Frauen frequentierten Figurella und leisteten sich die Verträge über zumindest drei Monate.

Konflikt mit Partnerinnen

Diese Bindungsfristen riefen öfter die Konsumentenschützer der AK auf den Plan. "Es ist normal, dass Menschen beim Abnehmen rasch wieder die Lust verlieren und aussteigen wollen", sagt Cech heute. Die Dankesschreiben zufriedener Kundinnen würden aber ganze 20 Ordner füllen.

Das Figurella-Reich wuchs dennoch kräftig. Die Filialen waren verpachtet. "Vor ein paar Jahren hat eine Kundin und Anwältin einer Pächterin den Floh ins Ohr gesetzt, sie sollte mich klagen." Es wurde Anzeige gegen Cech wegen Betrugs eingebracht. Eine Reihe von Pächterinnen wollte Geld zurück. Frau Cech, die es auch beim Bau ihres eigenen Hauses in Linz verstanden hatte, ihr Recht durchzusetzen, gewann auf allen Linien, doch die Studios liefen nicht mehr so gut. Etliche sperrten zu, andere machten unter neuem Namen weiter, blieben aber Mieter in den Cech-Immobilien, etwa am Stephansplatz in Wien.

Nachfolger fehlt

Cech selbst behielt nur das Linzer Studio in der Bürgerstraße, das unter Figurella weiterläuft. Sie habe schon zusperren wollen, weil sie keinen Nachfolger habe, sagt sie. Stammkundinnen hätten sie aber bewogen, weiterzumachen. "Jetzt will ich es wieder wissen und gehe in die Offensive." Daneben verfolgt sie aber auch ihre Investitionen über eine Privatstiftung. Einer der beiden Söhne ist dabei auch ihr Geschäftspartner.

Ein Teil ihres Vermögens wird von der WSS Vermögensberatung verwaltet, an der Cech mit knapp 13 Prozent beteiligt ist. WSS wird von ehemaligen Wertpapierspezialisten der Bank Austria, Herbert Scherrer, Karl Stöbich und Markus Weissörtel, geführt, auch der ehemalige Wertpapierchef der VKB-Bank Manfred Pammer ist beteiligt und für die Immobilien zuständig. Aufsehen erregte die WSS zuletzt, weil einige ihrer Aktionäre den Einfluss auf die Immobilienfirma Athos ausgebaut haben. Der Aufsichtsrat wird gerade umgebaut.

Projekt Seniorenwohnen

Abseits der Landstraße verfolgt Rosa Cech noch ein Projekt. Neben dem Wienerwald auf dem Linzer Freinberg will sie gehobene Seniorenwohnungen errichten, die Ehepaaren und/oder Senioren mit Pflegern Platz bieten sollen. Auch eine Art Concierge und ein Lokal sollen darin Platz finden. Dem Gestaltungsbeirat war das Projekt zuletzt noch zu groß. Aber es wäre nicht die erste Hürde, die die als sehr beharrlich bekannte Unternehmerin nimmt.

Aber auch toughe Geschäftsfrauen können ins Schwärmen geraten. Was ist faszinierend daran, in Schönheitsstudios oder Immobilien zu investieren? "Ich mache Sachen gerne schön. Ich freue mich, wenn Frauen sich über ihre tolle Figur freuen. Und meine Immobilien gestalte ich so, dass sie zwar Ertrag bringen, aber auch funktionell und ästhetisch sind. Und die Mieter sollen mit Matratze, Kleidung und Zahnbürste einziehen können."