Bild: Qbot // Jakob Neuhauser und Thomas Schiefermair mit ihrer Minimill

Qbot: Studenten bauen CNC-Fräse in der Garage

Aus einem Experiment für den Eigenbedarf wurde ein Patent.

Zuerst haben die beiden mit dem Bau von 3-D-Druckern experimentiert. "Aber die sind nicht präzise genug", resümiert Jakob Neuhauser. Der Student für Elektrotechnik und Thomas Schiefermair, der Wirtschaftsingenieurwesen ebenfalls in Graz studiert, wechselten die Perspektive.

"Wir dachten uns, dann bauen wir nicht auf, sondern fräsen weg. Allerdings gab es nicht die richtige CNC-Fräse für uns auf dem Markt. Darum haben wir eine gebaut", berichten die beiden Jugendfreunde aus Neuhofen an der Krems.

Dritter im Bunde

Mit ihrem Kollegen aus dem Studentenheim, dem Informatikstudenten Martin Viereckl aus Sipbachzell, war der dritte im Bund gefunden. Denn das Bestechende an der nur 40 mal 40 mal 40 Zentimeter kleinen, computerprogrammierten Fräse ist ihre einfache Bedienbarkeit. "Noch keiner hat vorher den Ansatz verfolgt, dem Nutzer das Schreiben des G-Codes abzunehmen", sagt Neuhauser. Viereckl programmierte "eine kleine Software", die es ungeübten Nutzern möglich macht, das gewünschte Ergebnis zu bekommen.

Daher sind die ersten Kunden für die 4000-Euro-Fräsmaschine Universitäts-Labore oder Startup-Zentren – sogenannte Fablabs – , die es Studenten und Gründern ermöglichen, Platinen oder Prototypen für Erfindungen zu bauen.

Beschleunigt wurde die Gründung, weil das Patent binnen eines Dreivierteljahres erteilt wurde. Die ersten Aufträge haben die jungen Männer an Land gezogen, indem sie im Sommer 2017 ihr Produkt in Laboren von München bis Mailand und Laibach präsentiert haben.

 

Das ist W-Bot

Idee: CNC-Fräsen, die Nutzer ohne Programmierkenntnisse bedienen können.

Konzept: Eigentlich für den Eigenbedarf gebaut, haben die Gründer rasch den Bedarf für andere erkannt, die Firma gegründet und ein Patent angemeldet. Zehn Maschinen wurden verkauft – montiert in den elterlichen Garagen.

Finanzierung: Einkünfte aus ersten Jobs wurden in die Gründung (5000 Euro), weitere 4200 Euro in das Patent und einige tausend Euro in die Entwicklung investiert.