Bild: My-Pv // Gerhard Rimpler, Doktor der Betriebswirtschaft, mit der von ihm entwickelten und etlichen Patenten versehenen Steuereinrichtung „Acthor“.

"My-PV" statt Rohre verlegen

Von Hannes Fehringer

Die Sonne heizt am besten, selbst im Winter, wenn sie wenig scheint. Fotovoltaik muss nur effizient genutzt werden, sagt der Sierninger Start-up-Unternehmer Gerhard Rimpler.

Hanspeter Haselsteiner wäre, weil auch aus der Baubranche, als Investor und Geschäftspartner der ideale Mann. Bisweilen spielte Gerhard Rimpler (52) aus Sierning schon mit dem Gedanken, sich und sein Start-up "My-PV" bei einem Casting für die Wirtschaftsshow "2 Minuten 2 Millionen" auf "Puls4" zu bewerben. "Aber eine Firmengesellschaft ist wie eine Ehe und es gilt: Der prüfe sich, der sich bindet."

Vorerst wollen Rimpler und seine zwölf Mitarbeiter den großen Durchbruch alleine schaffen, die von ihnen entwickelten Steuergeräte für Fotovoltaikanlagen sollen heuer den Umsatz auf zwei Millionen Euro steigern, wobei bereits zwei Drittel der Tools exportiert werden. Rimplers Grundgedanke ist, dass bei den meisten Häusern eine gute Wärmedämmung Standard ist, weshalb die Heizungssysteme mit Metallrohren in den Wänden und Fußböden mittlerweile überdimensioniert seien. "Das ist, wie wenn Sie mit einem Lastwagen einen Kaugummi kaufen fahren." Weil der Energiebedarf für wärmeisolierte Gebäude gesunken ist, käme als optimaler Energieträger Elektrizität wieder in Frage, am besten umweltfreundlich aus Fotovoltaik, sagt Rimpler.

Vorhandene Energie im Haushalt verteilen

Den Einwand, dass gerade zur kalten Jahreszeit die Sonneneinstrahlung am wenigsten ist, kennt Rimpler natürlich. Genau dieser Minderung der Fotovoltaikleistung soll seine Entwicklung entgegenwirken. Das von "My-PV" entwickelte Steuersystem dient dazu, vorhandene Energie im Haushalt optimal zu verteilen und nutzlose Stromfresser abzuschalten. Im Gesamtjahresblick würden jetzt Benutzer seines "Acthor" noch zwischen 20 und 25 Prozent des Strombedarfes von einem Netzbetreiber zukaufen müssen, sagt Rimpler. "Aber die Fotovoltaik ist bei weitem noch nicht ausgereizt, da wird sich noch viel tun."

Der Zukunftsblick des 2011 gegründeten Sierninger Unternehmens sieht daher so aus: Solarenergie auf dem eigenen Gebäudedach werde eine hauptsächliche Energiequelle auch für die Heizung werden, und bei Neubauten werde es sich erübrigen, dass man lange Hohlräume für Rohrleitungen in das Mauerwerk und in die Estriche stemmen muss. Es würden Elektroheizpaneele und flache Bodenmatten unter den Fußböden verlegt, die, für das Auge kaum zu sehen, mit Elektrokabeln angespeist werden. Rimpler ist optimistisch: Bei einer internationalen Videomesse klinkten sich kürzlich 500 Großhändler auf seiner digitalen Koje ein, die sich für "My-PV" interessierten.