Bild: HOFER // Silvia Wolfsgruber bringt Job und Kinder wunderbar unter einen Hut.

Superheldin trifft auf Berufsleben

Von Daniela Ullrich

"Working Mom" Vorteil: "Nichts trainiert die Nerven, die Kreativität und das Zeitmanagement so gut wie Kinder!"

Das Studium ist abgeschlossen, ein attraktiver Job gefunden und endlich startet die Karriere. Oft kommt jedoch bei Frauen früher oder später die Frage auf: Möchte ich Kinder? Die meisten wollen - doch ist dieser Wunsch vereinbar mit einem beruflichen Vorwärtskommen oder bedeutet ein Kind automatisch das Karriere-Aus? Wirft man einen Blick auf Silvia Wolfsgruber, wächst die Hoffnung, denn die gebürtige Oberösterreicherin hat beides: Kind und Karriere. Sie ist bei der Lebensmittelkette Hofer als Regionalverkaufsleiterin tätig:„Ich bin der Meinung, Familie und Beruf schließen sich alles andere als aus. Natürlich steckt ein gewisser logistischer Aufwand dahinter, meinen Job und meine beiden Kinder Valentina und Fabio zu koordinieren. Aber nichts trainiert die Nerven, die Kreativität und das Zeitmanagement so gut wie Kinder. Und ich denke, viele Unternehmen sehen diese Stärken von berufstätigen Müttern klar als Vorteil. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Familienbewusstsein und berufliche Weiterentwicklung immer mehr an Bedeutung gewinnen. Fakt ist, Arbeitswelt und Privatleben sind zwei Bereiche, die einander beeinflussen. Diese künstlich zu trennen, ist alles andere als zeitgemäß.

Einstellungssache

Es wäre gelogen zu sagen, dass sich seit der Geburt von den Kindern nichts verändert hat. "Meine Einstellung zum Leben und zu meinem Beruf, sind jedoch gleich geblieben", sagt Wolfsgruber: "Ich war vor der Geburt meiner ältesten Tochter bereits zwei Jahre bei Hofer als Regionalverkaufsleiterin tätig. Mein Verantwortungsbereich hat dazu beigetragen, zu der Persönlichkeit heranzureifen, die ich heute bin. Daher möchte ich ihn weder aufgeben, noch verändern. Durch meine wunderbaren Kinder trat etwas ganz Neues in mein Leben und zu meiner Persönlichkeit hinzu: das ‚Muttersein‘. Dennoch freute ich mich nach über drei Jahren in Karenz sehr darauf, wieder arbeiten zu gehen. Ich bin dankbar, dass wir in Österreich die Möglichkeit haben, nicht sofort nach der Wochenhilfe wieder zurück in den Beruf zu müssen. Mein Ziel war es jedoch immer zu zeigen, dass auch eine Vollzeitstelle mit Kindern machbar ist."

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht jedoch nicht ganz ohne Hilfe, eine flexible Arbeitszeitgestaltung vereinfacht vieles. Auch die Kinderbetreuung ist ein wichtiger Punkt: Die Tochter besucht eine Ganztagesschule und durch die ausgedehnten Kindergartenöffnungszeiten ist auch Sohn Fabio bestens versorgt. "Ich bringe die beiden selbst hin und hole sie auch wieder ab. Das geht sich wunderbar aus. Die Beiden gehen sehr gerne in die Schule bzw. den Kindergarten, das bestätigen die leuchtenden Augen, wenn Valentina und Fabio von ihren Abenteuern mit ihren gleichaltrigen Freunden erzählen", sagt die stolze berufstätige Mama: "Meine anfängliche Unsicherheit ob meine Kinder sich wohlfühlen würden und gut aufgehoben sind, war so rasch beseitigt. Ich erlebe, dass wir die gemeinsame Zeit ganz intensiv genießen und ich mich auch bewusst darauf einlasse - ohne Ablenkung und ohne Kompromisse.“