Bild: kreativwerkstatt // Die Schönheit der Menschen herauszuarbeiten und hervorzuheben ist eine Spezialität von Anja Huber

Im Dienste der Schönheit

Von Josef Schuldenzucker

Anja Huber hat ihren Traumberuf gefunden

Beruflich in eine völlig neue Materie eingestiegen ist im Vorjahr die Eberschwangerin Anja Huber. Die Sonderkindergartenpädagogin hat eine Ausbildung zur Visagistin und Make-up Artist gemacht. "Ich habe nie daran gezweifelt, dass die Entscheidung richtig war", sagt die zweifache Mutter.

"Nach der Matura an der BAfEP Ried habe ich für die Caritas im Auftrag des Landes Oberösterreich Kindergärten betreut, die Kinder mit Behinderungen integriert haben. Da war ich ziemlich viel unterwegs. Durch meinen Beruf habe ich aber auch gesehen, wie wichtig es ist bei den eigenen Kindern zu Hause zu sein. Das habe ich dann auch durchgezogen", begründet die 37-jährige Eberschwangerin den Entschluss, für einige Zeit Hausfrau und Mutter zu sein.

"Vor zwei Jahren hat mir dann eine Freundin von Cambio erzählt. Sie war mit ihrer Tochter dort auf einem Welcome-Day. Dort wurde der Beruf der Visagistin und die Ausbildung erklärt. Drei Tage später habe ich mir diese Beauty-Academy angeschaut und sofort gewusst: Das ist mein Traumjob, da will ich hin! Ich habe mich auf der Stelle angemeldet!", schildert Anja Huber den Einstieg in eine völlig andere Berufswelt.

Die Ausbildung hat die Eberschwangerin in Linz absolviert. "Der Großteil fand in Wochenendseminaren statt. Ganz wichtig war das Üben an Modellen zu Hause, das musste mit Fotodokumenten belegt werden. 350 Praxisstunden waren notwendig, um das Gewerbe anmelden zu können. Gleich danach habe ich mit dem Make-up Artist begonnen. Diese Ausbildung deckt vor allem den Theaterbereich ab und es ist auch eine Haarausbildung mit dabei. Da lernt man, wie man Hochsteckfrisuren, extravagante Turmfrisuren und vieles mehr macht", sagt Anja Huber.

"Sound of music", angelehnt an Life-Ball war das Thema der Abschlussprüfung. Im ersten Teil musste ein Modell nach einem vorhandenen Foto geschminkt werden, im zweiten Teil hatte Anja Huber drei Stunden Zeit für ein kreatives Styling.

Die Eberschwangerin liebt Hochzeiten

Die schönsten Momente im neuen Berufsleben der Eberschwangerin sind vor allem Hochzeiten: "Es ist auch für mich schön, wenn sich die Menschen beim Blick in den Spiegel gefallen und nach der Hochzeit eine SMS kommt und die Braut mit meiner Arbeit zufrieden war. Das ist für mich ein großes Erfolgserlebnis!", sagt Anja Huber.

Auch die Herren der Schöpfung wagen gelegentlich den Gang zur Visagistin. "Auf dem Land ist das allerdings noch nicht das große Geschäft. Die große Problemzone bei den Männern sind meistens die Augenringe", verrät die Visagistin, die seit März 2017 den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt hat.

"Bei Schusswunden, Knieverletzungen oder Brandwunden musste meine Mama herhalten"

Dass Anja Huber mit der Ausbildung fertig ist, darüber freuen sich auch ihre Verwandtschaft und die vielen Freundinnen: "Da mussten viele herhalten, wenn ich einmal ein Modell gebraucht habe. "Bei Schusswunden, Knieverletzungen oder Brandwunden musste meine Mama herhalten. Einmal habe ich einen Transvestiten schminken müssen, da ist der Cousin meines Mannes eingesprungen", sagt Anja Huber.

"Einmal war ich zwei Tage bei einem Videodreh dabei, das habe ich echt genossen. Eine Fashionweek oder bei einem Musikvideo-Dreh dabei zu sein", das wäre mein Wunschtraum für die nächste Zeit. Auch für einen demnächst erscheinenden Kalender der Tanzgruppe hat Anja Huber ihre Fähigkeiten mit eingebracht: "Der Kalender wird sicher ein Renner. Ich bin richtig stolz darauf, dass er so gut geworden ist!"