Bild: privat // Drei Generationen Öhner-Spirit: Die jetzigen Chefs Angela und Michael Schmolmüller mit Gründerin Elli Teringel und Rudi Fliesser (r.)

Sport Öhner: "Das Familiäre ist immer geblieben"

Von Reinhard Gruber

Ein Sportgeschäft im Wandel der Zeit: 40 Jahre Sport Öhner – eine Geschichte von Zufällen und richtigen Entscheidungen

Klein und fein. Das war die Devise, als Bertl Öhner und sein Schwager Sepp Teringel mehr oder weniger spontan eine Idee verwirklicht haben, die beide in den 1970er Jahren nicht unbedingt auf ihrem Lebensplan stehen hatten. Sie gründeten in Linz ein Sportfachgeschäft mit den Schwerpunkten Ski und Tennis.

Klein und fein ist auch jetzt noch – 40 Jahre danach – das Motto der dritten Generation, die im Unternehmen das Sagen hat. Geblieben sind der Name – Top Sport Öhner – und die Philosophie, die wie in einer Familie weitergegeben wurde, ohne dass es ein Verwandtschaftsverhältnis gibt.

"Das Familiäre ist immer geblieben", sagt Michael Schmolmüller, der das Geschäft mit seiner Frau Angela führt. Das Familiäre ist ein Markenzeichen, das Elli Teringel mit ihrem Bruder und ihrem Mann vorgelebt hat und das dann Rudi Fliesser und in weiterer Folge die heutigen Chefs übernommen haben. Ganz selbstverständlich.

Heimatbesuch mit Folgen

Zurück zum Anfang. Wie hat alles begonnen? Elli Teringel erinnert sich. Ihr Bruder Bertl war ein guter Skifahrer, ein Sportler durch und durch. Und er war in Linz im Verkauf tätig, während sie mit ihrem Mann Sepp, der für Siemens arbeitete, im Ausland war. Für jeweils zwei Jahre waren sie an einem anderen Flecken der Erde.

Einer der Besuche in der Heimat war 1978 einer mit Folgen. "Was hältst du davon, wenn wir ein Sportgeschäft für Ski- und Tennisvereine aufmachen?" – um diese Frage kreiste das Gespräch zwischen Öhner und Teringel. Am Ende kam ein "das machen wir" heraus und das Versprechen von Teringel an seinen Schwager, dass er seine Frau bei ihm in Linz lässt. Er blieb vorerst noch bei Siemens, ließ aber dann ab 1980 auch das Leben im Ausland sein und kehrte nach Linz zurück. In der Hirschgasse war das Gebäude der Weinhandlung Ornest zu haben, und das Trio schlug zu, machte sich vor 40 Jahren dort selbständig. Das Geschäft fing zu laufen an, was vor allem auch an Bertl lag, wie sich seine Schwester erinnert. "Bertl war ein echter Verkäufer. Er hat buchstäblich den ersten Schnee gerochen. Zudem hat ihn in Linz fast ein jeder gekannt. Er war ein Türöffner."

Beratung und Freundlichkeit

Nach und nach setzte sich die Philosophie durch, wonach hier gute Beratung und Freundlichkeit gepaart vorzufinden sind. "Du musst mit den Menschen können", sagt Teringel. Ein Charakterzug, der auch bei den Nachfolgern ausgeprägt war und ist.

Als ihr Bruder 1995 kurz vor seiner Pensionierung verstarb, gingen Sepp und Elli Teringel auf die die Suche nach jemandem und fanden in Rudi Fliesser, dem gelernten Sportverkäufer, jenen Mann, den sie "probieren" wollten. Ein Glücksgriff. Auch Fliesser war in Linz bestens vernetzt, mit ihm kam der Laufsport ins Angebot, und als ab 2005 Michael Schmolmüller einstieg, der zuvor die Tennis Junior School in der Nachbarschaft betrieben hatte, war für die Zeit nach den Gründern gesorgt. Sie konnten in Pension gehen, wobei Elli Teringel dann auch noch den Tod ihres Mannes verkraften musste. Ihr gemeinsames Lebenswerk ist aber weiter zu sehen.

Vom Tennis hat man sich bei Öhner verabschiedet, das Ski-Service blieb ein wesentlicher Bestandteil des Angebotes, und zum Laufen kam das Radfahren hinzu. Es läuft. Familiär sowieso.