Bild: OÖN // Konditormeisterin Strefanie Feneberger mit ihrer Mutter Kornelia

Mit beiden Beinen im süßen Leben

Von Karin Haas

Stefanie Feneberger (23) hat sich in Linz als Torten-Designerin selbstständig gemacht.

Eigentlich wollte ich ja ein Gasthaus haben", sagt die Linzerin Stefanie Feneberger. Dass die 23-Jährige nun Konditormeisterin ist und dies mit einem Hang zum Ungewöhnlichen, schuldet sie ihrer Kochlehre im AKH Linz. Dort hat sie ihren Hang zum Süßen entdeckt. Die Torten wurden immer ausgefallener.

"Süßes" Schweinsbratl

Als ein Dirndl-Torso modelliert wurde und ein süßes Schweinsbratlstück, in dem ein Messer steckt, war schnell klar, dass dies kein Hobby für den Freundeskreis bleiben durfte.
Kürzlich eröffnete Stefanie Feneberger ihr Geschäft "Tortenmehr" in der Bischofstraße 9. Früher war dort, das Atelier des Glaskünstlers Hanghofer. Dass das Haus ihren Eltern gehört, hilft natürlich. Und ebenso, dass Stefanies Mutter Kornelia im Geschäft mitmacht. Denn oft ist die Jungunternehmerin in ihrer Backstube im Hinterhof.

Die Tricks der Tortenkünstler sind im Geschäft schnell entzaubert, da sie zu kaufen sind. Da gibt es etwa rote Sprühschokolade, essbaren Samt und Backformen, die Torten wie Sitzpolster mit aufgestickten Perlen aussehen lassen.

Nicht zu kaufen gibt es das Fingerspitzengefühl, mit der die kiloweise zu erstehende Zuckermodelliermasse in Figuren verwandelt werden kann. Das ist im Regal gegenüber mit Stefanies Winterfiguren zu sehen. Gleich daneben gibt es Tortenaufleger, wie die essbaren Scheiben mit guten Wünschen heißen. Hier gibt Stefanies Tante Margret aus Salzburg, eine Hobbymalerin, ihr Scherflein zur Starthilfe bei und versieht sie mit handbemalten Motiven.

Zuckrige Fantasiereise

Ein bisschen ist "Tortenmehr" auch eine Konditorei. Denn die Konditormeisterin kann es nicht lassen, ein paar Torten zu backen, die stückweise verkauft werden. Passionsfrucht mit Mango etwa wird von einem Stückchen Blattgold gekrönt. Zuletzt wurde Gold auf Mehlspeisen bei "Josephine" in der Altstadt gesehen; ein Lokal, mit dem sich eine Grafikerin kurzzeitig ihrem Traum vom Zuckerbäckergeschäft erfüllte.

Stefanie und ihrem "Tortenmehr" sei Bestes gewünscht. Denn wenn jemand in Zeiten wie diesen eigentlich Wirtin werden wollte, spricht dies für Ausdauer und einem klaren Branchenblick.